Finanzmärkte im Zeichen internationaler Spannungen und Wirtschaftsprognosen
Die deutschen Staatsanleihen verzeichneten am Dienstag zu Handelsbeginn leichte Verluste. Mit einem Rückgang des richtungweisenden Euro-Bund-Futures um 0,30 Prozent auf 127,78 Punkte erhöht sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,88 Prozent.
Internationale Handelskonflikte, insbesondere der Streit um Grönland, üben weiterhin Druck auf die Märkte aus. Eine der Hauptsorgen ist die wiederholte Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle zu erhöhen, was die deutsche Exportwirtschaft empfindlich treffen könnte.
In Deutschland erwartet man im Verlauf des Tages die Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartungen. Experten der Helaba äußerten Zweifel, dass die voraussichtlich verbesserten Erwartungen die von Unsicherheiten geprägte Marktlage entscheidend verändern werden, da die Daten vor den letzten Entwicklungen im Handelskonflikt erhoben wurden.
Indes beschleunigte sich der Rückgang der Erzeugerpreise in Deutschland, maßgeblich durch gesunkene Energiekosten. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf die Verbraucherpreise aus, die zuletzt in der Eurozone unter die von der Europäischen Zentralbank angestrebte Inflationsrate von zwei Prozent gefallen sind. Eine Änderung des Leitzinses durch die EZB ist derzeit nicht in Sicht.
In Japan stieg die Rendite der Staatsanleihen deutlich an, seit die Ankündigung vorgezogener Neuwahlen die politische Stimmung bewegt. Die Renditen der Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit kletterten von 2,20 auf 2,34 Prozent. Marktbeobachter rechnen mit einer verstärkten Unterstützung für Regierungschefin Sanae Takaichi, was ihr größere Freiheiten im Hinblick auf Wachstumspolitiken verschaffen könnte. Dies verstärkt laut Dekabank die Fiskalsorgen in Japan, da mit weiteren Anstiegen der Staatsanleihenrenditen gerechnet wird.

