Fehmarnsund-Projekt: Bundesverkehrswegeplan nimmt Form an trotz Verzögerungen
In der Diskussion um den Bau des Fehmarnsundtunnels wurden bisher lediglich 57 Einwendungen und Stellungnahmen eingereicht. Dies bezeichnete Jutta Heine-Seeler, die Leiterin des Fehmarnbelt-Projekts der Deutschen Bahn, im Landtags-Wirtschaftsausschuss als fast unbedeutend. Bis August oder September 2026 soll die Planfeststellung erreicht werden, was laut Heine-Seeler trotz der Einwendungen realistisch ist. Klagen im Zusammenhang mit diesem Teil des Bundesverkehrswegeplans haben, anders als Eilanträge, keine aufschiebende Wirkung.
Zum Vergleich: Der Ostseetunnel zwischen der dänischen Insel Lolland und Fehmarn verzeichnete mehr als 12.000 Einwendungen auf deutscher Seite. In Gesprächen mit der dänischen Seite werden Verzögerungen beim Fehmarnsundtunnel und dem Fehmarnbelttunnel diskutiert. Früheren Angaben des Bundesverkehrsministeriums zufolge könnte sich die Fertigstellung der Hinterlandanbindung für den Fehmarnbelttunnel sogar über 2029 hinaus verzögern.
Dänemark, das den Bau des 18 Kilometer langen Tunnels zwischen Fehmarn und Lolland plant, erwartet eine zeitliche Verzögerung. Im September wurde bekannt, dass die Fertigstellung des Spezialschiffs "Ivy", das für das Absenken der Tunnelelemente benötigt wird, verzögert ist, was das Eröffnungsziel 2029 in Frage stellt.
Auf deutscher Seite wird parallel der Ausbau der Bahn- und Straßenanbindung vorangetrieben. Der bestehende Fehmarnsundbrücke, ein Relikt aus den 1960er Jahren, soll nach Fertigstellung des Tunnels für den lokalen Verkehr erhalten bleiben. Die Deutsche Infrastrukturgesellschaft Deges bezifferte die Kosten für den Sundtunnel zuletzt auf 2,306 Milliarden Euro, eine erhebliche Steigerung gegenüber der ursprünglichen Schätzung von 714 Millionen Euro durch die Deutsche Bahn. Die Brücke bleibt für Fußgänger, Radfahrer und langsame Fahrzeuge erhalten.

