Fed trotzt Trump: Leitzins bleibt stabil
Die US-Notenbank hat entschieden, dem Druck von Präsident Donald Trump nicht nachzugeben und den Leitzins unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent zu belassen. Diese Entscheidung wurde von vielen Marktbeobachtern erwartet, die erst frühestens im September mit einer möglichen Senkung rechnen. Für die Banken spielt der Leitzins eine zentrale Rolle, da er den Satz bestimmt, zu dem sie sich Geld bei der Zentralbank leihen können.
Jerome Powell, der Vorsitzende der Federal Reserve, bleibt damit standhaft gegenüber Trump, der die aktuellen Sätze als zu hoch empfindet. In den letzten Monaten hat Trump Powell wiederholt scharf kritisiert und ihn mit weniger schmeichelhaften Ausdrücken bedacht. Sein Ziel ist es, durch niedrigere Zinsen die Wirtschaft in den USA weiter anzukurbeln und die Verschuldung zu erleichtern. Das Haushaltsamt des US-Kongresses prognostiziert, dass das Defizit durch Trumps neues Steuergesetz um etwa 3,3 Billionen US-Dollar ansteigen wird.
Powell dagegen sieht den Kampf gegen Inflationsrisiken an erster Stelle, insbesondere im Kontext der Zollpolitik von Trump. Die robuste Wirtschaftslage und der stabile Arbeitsmarkt bieten ebenfalls keinen Anlass für eine Zinssenkung. Die US-Zollpolitik hatte bereits zu Beunruhigung beim IWF geführt, da steigende Importpreise die Konsumenten belasten könnten, wenn Unternehmen diese weitergeben.
Trotz Trumps Drohungen, Powell zu entlassen, bleibt die rechtliche Lage für einen solchen Schritt unklar. Powells Amtszeit endet im Mai nächsten Jahres und Entscheidungen über den Leitzins trifft der Zentralbankrat, nicht der Fed-Chef allein. Zuletzt verteidigte sich Powell erfolgreich gegenüber fragwürdigen Vorwürfen über angebliche Renovierungskosten der Federal Reserve. Trump relativierte schließlich seine Entlassungsabsichten mit dem Verweis, dass ein solcher Schritt nicht notwendig sei.

