Fed steuert in unruhigem Fahrwasser: Dritte Zinssenkung des Jahres beschlossen
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht sich angesichts von anhaltenden Sorgen um den Arbeitsmarkt zu einer dritten Zinssenkung in diesem Jahr veranlasst. Die Thematik eines sich verlangsamen könnten Beschäftigungswachstums oder gar eines Arbeitsplatzabbaus hat die bisher hartnäckige Inflationsproblematik in den Hintergrund treten lassen. Diese Entwicklungen könnten sich für europäische Bürger als vorteilhaft erweisen. Reisende aus Deutschland und anderen Euroländern sowie Online-Shopper, die in US-Dollar bezahlen, könnten von der jüngsten Entscheidung profitieren. Die Senkung der Zinsen führte zu einem Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar, was den Euro auf seinen höchsten Stand seit Mitte Oktober brachte. Der günstige Wechselkurs erfreut auch deutsche und europäische Unternehmen, die Waren in die USA exportieren.
Anders gestaltet sich die Situation für Amerikaner. Reisen ins Ausland könnten kostenintensiver werden, und US-Unternehmen müssen für nicht in Dollar abgerechnete Importe mehr zahlen. Der Zins wurde durch den Zentralbankrat der Fed um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent gesenkt, was eine Mehrheit der Ökonomen erwartet hatte. Seit September 2024 beläuft sich die gesamte Reduzierung des Leitzinses auf 1,75 Prozentpunkte. Die Entscheidungsprozesse der Notenbank werden jedoch zunehmend komplizierter: Fed-Präsident Jerome Powell konnte zuletzt nicht mehr auf eine einstimmige Unterstützung zählen.
Bernd Weidensteiner von der Commerzbank zeigte sich beunruhigt über die uneinheitlichen Meinungen innerhalb des Zinsgremiums. Für das kommende Jahr erwartet er eine Zinspause bei der nächsten Sitzung. Während an den Finanzmärkten zwei weitere Zinssenkungen um insgesamt 0,5 Prozentpunkte antizipiert werden, zeigt sich der Fed-Zentralbankrat vorsichtiger, indem sie nur eine weitere Senkung anpeilen. Thomas Gitzel von der VP Bank sieht für die Amtszeit von Fed-Chef Powell bis 2026 eine weitere Zinsanpassung als möglich an, jedoch würden solide Wirtschaftswachstumsprognosen und zollbedingte Preissteigerungen gegen deutliche Senkungen sprechen.

