Fed-Chef Powell signalisiert mögliche Zinssenkung: Eine Gratwanderung zwischen Inflation und Beschäftigung
In einer mit Spannung erwarteten Rede auf der jährlichen Notenbank-Konferenz im malerischen Jackson Hole, Wyoming, hat der Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, vorsichtige Hinweise auf eine mögliche Zinssenkung gegeben. Die aktuelle Stabilität auf dem Arbeitsmarkt biete, so Powell, die Grundlage, um eine Anpassung der Geldpolitik zu erwägen.
Dennoch bleibt ein restriktiver Kurs erhalten, der die Konjunktur dämpft – ein Szenario, das US-Präsident Donald Trump wiederholt in den Mittelpunkt seiner Kritik an Powell gerückt hat. Trotz eines jüngst schwachen Arbeitsmarktberichts, der einen rückläufigen Beschäftigungstrend offenbart, sieht Powell die Lage noch in einer "ungewöhnlichen Balance", da sowohl das Angebot als auch die Nachfrage nach Arbeitskräften zurückgegangen sind.
Doch die Risiken eines drohenden Beschäftigungsrückgangs, gepaart mit Potenzial für höhere Entlassungen und steigende Arbeitslosigkeit, dürfen laut Powell keinesfalls unterschätzt werden. Gleichzeitig warnte Powell vor den Inflationsgefahren, die sich aus der gegenwärtigen Zollpolitik ergeben könnten.
Während die unmittelbaren Auswirkungen auf die Preise bereits spürbar seien, bleibt unklar, ob dies zu einer länger anhaltenden Inflationsdynamik führen könnte. Powell pocht auf eine sorgfältige Abwägung beider Aspekte des Mandats der Notenbank – der Preisstabilität und der Beschäftigungsförderung.
Entgegen der Erwartungen aus Washington, blieb Powell sachlich und bestand darauf, dass die Fed unabhängig agiere und ihre Entscheidungen objektiv auf Basis der wirtschaftlichen Datenlage treffe. Ökonomen wie Christoph Balz von der Commerzbank und Elmar Völker von der LBBW betonen Potenziale für eine baldige Zinssenkung, wobei jedoch auch erheblichen Unsicherheiten Rechnung getragen werden müsse.
Entsprechend der Spekulation geriet der US-Dollar unter Druck, während Aktienmärkte leichte Zugewinne verbuchen konnten.

