FBI untersucht Tod von US-Unternehmer Epstein

11. August 2019, 18:28 Uhr · Quelle: dpa

New York (dpa) - Nach dem Tod des in elitären Zirkeln bestens vernetzten US-Unternehmers Jeffrey Epstein in dessen Gefängniszelle hat das FBI Ermittlungen aufgenommen.

Neben den Untersuchungen der Bundespolizei leitete Justizminister William Barr auch interne Ermittlungen im Ministerium in die Wege. Dabei wird es vermutlich auch darum gehen, wie Epstein - der wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt war - allem Anschein nach gleich zweimal versuchen konnte, sich das Leben zu nehmen.

Barr teilte mit, er sei entsetzt darüber, dass Epstein nach einem «offenkundigen Suizid» in seiner Zelle in einem Bundesgefängnis in New York leblos aufgefunden wurde. «Herr Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen.» Mitarbeiter des Gefängnisses in Manhattan hatten die Leiche des Ex-Investmentbankers am Samstagmorgen gegen 6.30 Uhr Ortszeit in der Zelle entdeckt.

Der Skandal um den Unternehmer bot seit dessen Festnahme Anfang Juli reichlich Zündstoff: Die Staatsanwaltschaft in New York warf dem 66-Jährigen vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Einige Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen und mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere Mädchen heranzuschaffen. Die Ermittler berichteten, sie hätten bei Durchsuchungen in Epsteins Anwesen in Manhattan Hunderte Nacktbilder gefunden.

Epstein wies die Vorwürfe zurück und plädierte auf nicht schuldig. Der Termin für den Prozessbeginn war vorläufig auf den 8. Juni 2020 festgelegt worden. US-Medien spekulieren, dass ein Prozess weitere Prominente schwer belastet hätte. Epstein zeigte sich gerne öffentlich mit Stars und hatte unter anderem - zumindest zeitweise - Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew aus Großbritannien.

Der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey S. Berman teilte mit, dass die Untersuchungen zu den erhobenen Vorwürfen fortgeführt würden. Er verwies darauf, dass ein Anklagepunkt auch mutmaßliche Mittäter ins Visier nahm. Einer von Epsteins Anwälten, Marc Fernich, gab Berichten zufolge den Staatsanwälten, Opferanwälten und Medien eine Mitschuld am Tod seines Mandanten.

Eine drängende Frage für die Ermittler wird nun sein, ob das Gefängnispersonal seine Aufsichtspflicht womöglich vernachlässigte. Epstein war schon im Juli bewusstlos in seiner Zelle gefunden worden. Die «New York Times» berichtete, Gefängnisbehörden hätten schon damals wegen des Verdachts eines Suizidversuchs ermittelt.

Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf einen Gefängnisvertreter, Epstein sei in der Haftanstalt zwar in einer besonderen Einheit mit strengeren Sicherheitsvorkehrungen untergebracht gewesen. Er habe aber nur eine Zeit lang unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Suizidgefahr gestanden.

Epstein war 2008 einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen und so einem Bundesverfahren wegen Missbrauchsanschuldigungen entgangen. Er bekannte sich schuldig und saß ohne Verfahren vor einem Bundesgericht eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab. Zugestimmt hatte dieser Regelung der damalige Staatsanwalt in Florida, Alexander Acosta. Nach den neuen Vorwürfen gegen Epstein trat Acosta von seinem mittlerweile angetretenen Amt als US-Arbeitsminister zurück.

US-Präsident Donald Trump hatte sich im Juli von Epstein distanziert. Er habe vor langer Zeit einen Streit mit ihm gehabt und sei kein Fan von ihm. In einem «New York Magazine»-Interview von 2002 hatte Trump Epstein dagegen als «großartigen Mann» beschrieben. Damals sagte der noch nicht politisch aktive Immobilienmogul: «Es wird sogar erzählt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich. Und viele von denen sind eher von der jüngeren Sorte.»

Kriminalität / Justiz / Jeffrey Epstein / Missbrauchsvorwürfe / Gefängnis / Selbstmord / USA
11.08.2019 · 18:28 Uhr
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