EZB behält Kurs bei: Zinspause trotz ungewisser Wirtschaftsprognosen erwartet
Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor einer entscheidenden geldpolitischen Sitzung, bei der sie über die zukünftige Richtung der Leitzinsen im Euroraum befinden wird. Nach einer bemerkenswerten Serie von acht Zinssenkungen, die der rasanten Inflation der letzten Jahre erfolgreich entgegenwirkte, prognostizieren Wirtschaftsexperten nun eine Pause in der Abwärtsspirale der Zinsen.
Diese Annahme wird durch die unklaren Auswirkungen des anhaltenden Zollstreits mit den USA auf die wirtschaftliche Lage und Inflation verstärkt. Besonders der Einlagenzins, der im Juni auf 2,0 Prozent gesenkt wurde, bleibt für Sparer und Banken ein zentraler Punkt. Verbraucher und Unternehmen profitieren nach wie vor von den günstigeren Kreditkonditionen, während Sparvermögen im Gegenzug niedrigere Renditen erfahren.
Eine vorsichtige Haltung nimmt die EZB-Direktorin Isabel Schnabel ein, die vor vorschnellen weiteren Zinssenkungen warnt. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel unterstützt die aktuelle Strategie der Behutsamkeit und des Abwartens, obwohl innerhalb der EZB Meinungsvielfalt herrscht: So äußern einige Notenbanker Bedenken hinsichtlich einer drohenden Deflation, verursacht durch den starken Euro und die schwächelnde Konjunktur.
Die Vermeidung von Deflation steht für die EZB ebenso im Fokus wie die Inflationseindämmung. Ein stabiles Preisniveau ist essenziell, um Investitionen nicht zu hemmen und die wirtschaftliche Dynamik zu bewahren, wobei die aktuellen Inflationszahlen von exakt 2,0 Prozent auf das Erreichen des EZB-Ziels deuten.

