ExxonMobil steigert Gewinne durch Übernahme, während Chevron Rückschläge verzeichnet
ExxonMobil konnte durch die Übernahme von Pioneer Natural Resources seine Gewinne steigern, während Konkurrent Chevron aufgrund schwächerer Raffinerieergebnisse einen Gewinnrückgang hinnehmen musste.
Dank der Integration von Pioneer, einem bedeutenden Akteur im Permian Basin in Texas und New Mexico, erreichte ExxonMobil im vergangenen Quartal ein Rekordniveau bei der Öl- und Gasproduktion. Die Gewinne des Unternehmens stiegen um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatzwachstum von 12 Prozent auf 93,1 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit die Analystenerwartungen.
Ein weiterer positiver Aspekt für ExxonMobil ist das Projekt in Guyana, wo das Unternehmen im zweiten Quartal einen Antrag auf eine siebte Entwicklungsphase gestellt hat, die voraussichtlich 2029 starten wird. Diese Erfolge im Upstream-Segment kompensierten die deutlichen Rückgänge im Energieproduktsektor, bedingt durch ein Überangebot an Erdölprodukten, das die Gewinnmargen belastete.
Im Gegensatz dazu meldete Chevron einen Gewinnrückgang von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 4,4 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 51,2 Milliarden US-Dollar. Trotz höherer Produktionsvolumina in den USA litt das Unternehmen unter Ausfällen in Australien und dem Rückzug aus Myanmar. Der größte Rückschlag für Chevron war jedoch im Downstream-Segment zu verzeichnen, wo die Gewinne um 60 Prozent sanken.
Zudem wird Chevrons zukünftige Ausrichtung durch die Unsicherheit um die geplante 53-Milliarden-Dollar-Übernahme des US-Ölunternehmens Hess getrübt. ExxonMobil hat gegen die Übernahme Einspruch erhoben und betont, dass es Präemptionsrechte im Stabroek-Projekt in Guyana besitzt, an dem auch Hess beteiligt ist. Sollte Guyana nicht Teil des Deals sein, hat Chevron angekündigt, möglicherweise aus der Übernahme auszusteigen.
Der Fall geht nun in ein Schiedsverfahren, dessen Anhörung im Mai 2025 stattfinden wird. Chevron hatte ursprünglich auf ein früheres Verfahren gehofft, doch die Terminpläne der Schiedsrichter ließen dies nicht zu, wie das Unternehmen in einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärte.
Darren Woods, CEO von ExxonMobil, betonte in einer Pressemitteilung die zügige Abwicklung der Pioneer-Übernahme: „Wir haben unsere transformative Fusion mit Pioneer in etwa der Hälfte der Zeit vergleichbarer Transaktionen abgeschlossen.“ ExxonMobil schloss die 60-Milliarden-Dollar-Übernahme von Pioneer Anfang Mai ab.
Die Aktien von ExxonMobil fielen um 0,4 Prozent, während die von Chevron um 1,9 Prozent im vorbörslichen Handel nachgaben.

