Exodus der Visionäre: Fairgame$ verliert nach Jade Raymond den nächsten kreativen Kopf
Es ziehen dunkle Wolken über einem der prestigeträchtigsten neuen Studios von Sony auf. Haven Studios, gegründet von der Branchenikone Jade Raymond, muss einen weiteren schmerzhaften Aderlass in seiner Führungsriege verkraften. Daniel Drapeau, der Game Director des mit Spannung erwarteten Heist-Shooters „Fairgame$“, hat das Unternehmen verlassen. Dieser Abgang ist mehr als nur eine personelle Veränderung; er ist ein weiteres beunruhigendes Beben in einem Projekt, das ohnehin schon von Gerüchten über massive Entwicklungsprobleme erschüttert wird und die Zukunft des ambitionierten Titels in ein noch düstereres Licht rückt.
Der nächste schmerzhafte Aderlass
Die Nachricht von Drapeaus Wechsel wurde durch ihn selbst via LinkedIn publik gemacht, wo er bestätigte, eine neue Position als Creative Director bei WB Games Montreal angetreten zu haben. Besonders brisant ist dabei der Umstand, dass Drapeau nicht irgendein Mitarbeiter war. Er gehörte zu den allerersten Angestellten von Haven Studios und war somit ein fundamentaler Teil des ursprünglichen Gründungsteams. Sein Abschied, der sich bereits im August vollzog, hinterlässt ein spürbares Vakuum an der Spitze des Kreativteams. Mit seiner langjährigen Erfahrung, die er bei Meilensteinen wie „Rainbow Six Siege“ und „Shadow of the Tomb Raider“ sammelte, verliert das Projekt einen Veteranen, dessen Expertise nur schwer zu ersetzen sein wird.
Ein Exodus an der Spitze
Drapeaus Abgang ist bereits die zweite schwere Erschütterung für das junge Studio innerhalb weniger Monate. Erst im Mai hatte die Gründerin und Galionsfigur Jade Raymond selbst überraschend das von ihr geschaffene Unternehmen verlassen. Damals bemühte sich PlayStation in einem Statement, die Wogen zu glätten und dankte Raymond für ihre visionäre Kraft, doch der Verlust der treibenden Kraft hinter dem gesamten Studio war unübersehbar. Dass nun auch der zuständige Game Director das sinkende Schiff verlässt, nährt die Spekulationen, dass die Probleme bei „Fairgame$“ weitaus tiefer liegen, als man bisher annehmen konnte. Die Leitung des Studios wurde inzwischen auf die Schultern der Co-Studio-Heads Marie-Eve Danis und Pierre-François Sapinski verteilt.
Ein nebulöses Versprechen in der Schwebe
Seit der opulenten Ankündigung von „Fairgame$“ im Mai 2023 ist es gespenstisch still um das Projekt geworden. Der Trailer versprach ein stylisches PvEvP-Heist-Erlebnis mit Gadgets und konkurrierenden Teams, doch konkrete Informationen blieben Mangelware. Stattdessen sickerten im Frühjahr beunruhigende Gerüchte aus internen Playtests an die Öffentlichkeit. Das Feedback war vernichtend: Das Spiel „fühle sich nicht gut an“ und die Steuerung sei „extrem klobig“ – ein Todesurteil für einen schnellen Multiplayer-Shooter. Diese vernichtenden Urteile, gepaart mit dem Exodus der beiden wichtigsten kreativen Köpfe, zeichnen das Bild eines AAA-Projekts in einer tiefen Krise, dessen Zukunft ungewisser ist denn je.


