Evotec reduziert Verluste und setzt auf Wachstum durch strategische Übernahmen
Evotecs positive Entwicklung
Der Pharmawirkstoffforscher und -entwickler Evotec hat im vergangenen Jahr seine finanziellen Verluste erheblich verringert. Nach Steuern belief sich das Minus auf knapp 104 Millionen Euro, was fast einer Halbierung im Vergleich zum Vorjahr entspricht, als der Verlust noch bei über 196 Millionen Euro lag. Trotz dieser Fortschritte wird das Unternehmen keine Dividende ausschütten, da es keinen ausschüttungsfähigen Bilanzgewinn erwirtschaften konnte. Stattdessen plant Evotec, potenzielle Gewinne in das zukünftige Wachstum zu reinvestieren.
Marktreaktion und Übernahme durch Gilead
Die Anleger reagierten positiv auf die jüngsten Entwicklungen, insbesondere auf die Aussicht auf zusätzliche Erlöse durch die Übernahme des Münchener Krebsforschungsunternehmens Tubulis durch den US-Pharmariesen Gilead Sciences. Die Evotec-Aktie stieg am Morgen um rund 8,9 Prozent auf 4,87 Euro. Dennoch muss angemerkt werden, dass der Anteilsschein seit Jahresbeginn fast 10 Prozent verloren hat und die Kursverluste in den letzten drei Jahren sich auf etwa drei Viertel summieren.
Voraberlöse und Analystenmeinung
Evotec erwartet bei Abschluss der Transaktion Voraberlöse von etwa 100 Millionen US-Dollar, was laut Analyst Charles Weston von der Royal Bank of Canada etwa 11 Prozent des aktuellen Börsenwertes von Evotec entspricht. Diese positive Prognose fand jedoch am Vortag im Aktienkurs keine ausreichende Berücksichtigung.
Zukünftige Meilensteine
Zusätzlich rechnet Evotec mit bedingten Zahlungen von bis zu 58 Millionen Dollar, sofern bestimmte Meilensteine erreicht werden. Das Unternehmen hält derzeit 3,14 Prozent an Tubulis, nachdem es im Mai 2022 als Investor eingestiegen ist. Bereits Mitte März hatte die Unternehmensführung Eckdaten und Ziele für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht, die nun bestätigt wurden.
Umsatzentwicklung und Prognosen
Für das Jahr 2025 wurde ein leichter Rückgang des Gesamtumsatzes auf über 788 Millionen Euro bekannt gegeben, während das bereinigte operative Ergebnis auf 41 Millionen Euro stieg, im Vergleich zu 22,6 Millionen Euro im Vorjahr. Für 2026 rechnet Evotec mit einem "Übergangsjahr" und strebt einen Umsatz zwischen 700 und 780 Millionen Euro an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen könnte zwischen Null und 40 Millionen Euro liegen.
Langfristige Wachstumsziele
Mittelfristig plant Evotec, den Konzernumsatz bis 2030 auf über eine Milliarde Euro zu steigern, mit einer angestrebten bereinigten EBITDA-Marge von 20 Prozent bis 2028 und darüber hinaus bis 2030. Um diese Ziele zu erreichen, wird ein umfassender Konzernumbau angestrebt, der auch Kostensenkungen umfasst. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die Zahl der Standorte weiter reduziert und bis zu 800 Stellen abgebaut werden. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Shareholder Value zu maximieren.

