Evonik formiert eigenständige Service-Institution: Syneqt geht an den Start
Evonik Industries richtet seine zukünftigen Infrastruktur-Dienstleistungen neu aus und bündelt diese in einer neu geschaffenen Tochtergesellschaft namens Syneqt. Diese Einheit, die ab 2026 operativ tätig werden soll, vereint die Dienstleistungen an den Chemieparks Marl und Wesseling und positioniert sich mit etwa 3.500 Beschäftigten sowie einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro als einer der bedeutendsten Industrie-Services-Anbieter in Deutschland.
Ziel dieser Neustrukturierung ist es, die Serviceaktivität zu verbessern und Syneqt zu einem flexiblen, eigenständig agierenden Unternehmen mit einer effizienten und zukunftsorientierten Organisation zu entwickeln. Das Service-Portfolio umfasst dabei die Erzeugung von Strom und Dampf in vier Kraftwerken, die Leitung von Pipelines, sowie umfassendes Gebäude- und Anlagenmanagement, Entsorgungsdienste, Hafenbetrieb, Logistik, Sicherheit, Feuerwehr und Kantinenservice.
Aktuell beschäftigt Evonik in Marl etwa 3.000 Menschen in diesen Bereichen, darunter 300 Auszubildende, während in Wesseling rund 500 Mitarbeiter, darunter 60 Auszubildende, tätig sind. Auf konzerneigener Ebene sind beinahe 31.300 Mitarbeiter angestellt. Die Rahmenbedingungen für diese Belegschaft ändern sich prinzipiell nicht, allerdings sind auch Effizienzmaßnahmen im neu gegründeten Unternehmen vorgesehen.
Evonik verfolgt mit dieser Maßnahme die Strategie, seine Infrastruktur-Aktivitäten eigenständig zu gestalten und sich verstärkt auf sein Kerngeschäft der Chemieproduktion zu fokussieren. Ziel ist es, mit Syneqt ein agiles Unternehmen mit mittelständischen Strukturen und schnellen Entscheidungswegen zu schaffen, das auch externe Kunden anziehen will.
Syneqt bedient bereits mehrere Firmen mit seinem fortschrittlichen Energie-, Stoff- und Datensystem. Mittels gezielter Investitionen, zum Beispiel in digitale Dienstleistungen, soll dieses Angebot erweitert werden. Die Zukunft von Syneqt könnte perspektivisch auch einen Verkauf an Investoren umfassen, um das Geschäft weiter zu skalieren. Diese Möglichkeit wird derzeit geprüft, da Evonik plant, die langfristig beste Option für Syneqt und sich selbst zu finden. Laut Evonik-Personalvorstand Thomas Wessel ist alles offen: ein Verbleib bei Evonik, eine Partnerschaft mit Investoren oder der vollständige Verkauf.

