Eurozone überrascht mit moderatem Wirtschaftswachstum
Die Wirtschaftslandschaft der Eurozone zeigt sich im zweiten Quartal robuster als von Experten prognostiziert. Laut einer ersten Einschätzung der Statistikbehörde Eurostat verzeichneten die 20 Mitgliedsstaaten des Währungsraums ein Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Ursprünglich hatten Ökonomen mit einer Stagnation gerechnet. Zu Jahresbeginn hingegen war die wirtschaftliche Leistung der Region mit einem Plus von 0,6 Prozent noch deutlich dynamischer.
Im Jahresvergleich konnte die Eurozone im Zeitraum von April bis Juni ein Wachstum von 1,4 Prozent verzeichnen und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Im ersten Quartal lag dieses Wachstum noch bei 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, führt das relativ starke Wachstum zu Jahresbeginn auf einige Sondereffekte zurück, insbesondere auf Geschäfte, die angesichts bevorstehender US-Zölle vorgezogen wurden. So ermittelte Gitzel für das erste Halbjahr ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 0,35 Prozent pro Quartal, was den Vorjahreszuwächsen entspricht und keine nachhaltige konjunkturelle Verbesserung signalisiert.
Jack Allen-Reynolds vom britischen Analysehaus Capital Economics sieht im schwächeren Wachstum des Frühjahrs ebenfalls keine Überraschung und verweist auf die Auswirkungen der umstrittenen US-Zollpolitik. Er äußerte die Erwartung, dass das Wachstum auch in der zweiten Jahreshälfte gedämpft bleiben werde.
Innerhalb der Eurozone stach Spanien im Vergleich der Quartalszahlen mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent hervor, gefolgt von Portugal mit 0,6 Prozent. Deutschlands Wirtschaft dagegen verzeichnete einen leichten Rückgang um 0,1 Prozent.

