Europäische Börsen schließen schwächer – Nervosität am Markt steigt

Nach einem starken Start in die Woche und einem stabilen Beginn des Handelstags schlossen die europäischen Börsen am Dienstag größtenteils schwächer. Sie folgten damit den US-amerikanischen Märkten, die nach gemischten Arbeitsmarktdaten kaum verändert eröffneten und anschließend in den negativen Bereich rutschten. 'Die Märkte brauchen zunehmend überzeugende Argumente, um ihre Rekordrally fortzusetzen', erklärte Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker Robomarkets, und verwies auf die steigende Nervosität unter den Investoren.
Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Minus von 0,60 Prozent und erreichte 5.717,83 Punkte, knapp über seinem Tagestief. Der britische FTSE 100 fiel um 0,68 Prozent auf 9.684,79 Zähler. Im Gegensatz dazu zeigte sich der Schweizer SMI widerstandsfähig und verzeichnete ein Plus von 0,15 Prozent, was vor allem auf die Performance der UBS zurückzuführen war, deren Aktien um 3,8 Prozent zulegten.
Während die Technologiebranche unter einer 'spürbaren Abkühlung im KI-Sektor' litt, zeigten die Arbeitsmarktdaten aus den USA ein uneinheitliches Bild. Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg, wies darauf hin, dass trotz eines Anstiegs der Beschäftigung die Arbeitslosenquote leicht anstieg, was auf eine mögliche Fortsetzung der Zinssenkungen durch die US-Notenbank im kommenden Jahr hindeutet. Die bevorstehenden Veröffentlichungen zu den Verbraucherpreisen am Donnerstag sowie die Entscheidung der Europäischen Zentralbank und der Bank of England hinsichtlich der Leitzinsen bleiben im Fokus der Anleger.
Unter den Einzelwerten verzeichnete der Technologiesektor deutliche Verluste: ASML sank um 2,4 Prozent, STMicroeletronics um 1,8 Prozent, Ams-Osram um 2,5 Prozent und Prosus um 0,8 Prozent. Im Gegensatz dazu konnten Aktien aus dem Chemie-, Bau- und Tourismus-Sektor zulegen. LVMH und Saint-Gobain gehörten im EuroStoxx 50 mit jeweils einem Plus von 1,7 Prozent zu den Favoriten. Unicredit und BASF erzielten Zugewinne von 0,7 bzw. 0,6 Prozent. Besonders gefragt waren die Aktien von Air France-KLM, die um beeindruckende 5,1 Prozent stiegen.
Fortschritte bei den Ukraine-Gesprächen in Berlin, insbesondere bei den Sicherheitsgarantien im Falle eines Waffenstillstands, belasteten die Rüstungswerte: Rheinmetall verlor im EuroStoxx 4,5 Prozent, Thales gab in Paris um 1,6 Prozent nach und BAE Systems büßte in London 1,7 Prozent ein.

