Europaweit leicht steigende Aktienmärkte – Technologiewerte im Rampenlicht
Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten am Donnerstag einen leichten Anstieg, wobei Investoren trotz der guten Entwicklung der letzten Zeit und angesichts der beginnenden US-Berichtssaison weiter vorsichtig blieben. Der EuroStoxx 50 legte bis zum Mittag um 0,52 Prozent zu und erreichte 6.036,27 Punkte. Auch außerhalb der Eurozone war eine positive Entwicklung zu beobachten, so kletterte der britische Leitindex FTSE 100 um 0,55 Prozent auf 10.240,26 Punkte, während der Schweizer SMI einen Anstieg von 0,22 Prozent auf 13.493,98 Punkte verzeichnete.
Unterstützung kam auch aus der Konjunktur, wo sich erfreuliche Signale zeigten. Die Industrieproduktion der Eurozone stieg im November stärker als erwartet um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Experten hatten lediglich ein Wachstum von 0,5 Prozent prognostiziert. Auch die deutsche Wirtschaft konnte im Jahr 2025 ein leichtes Wachstum verzeichnen und blickt zuversichtlich auf das kommende Jahr.
Besonders Technologiewerte standen am Donnerstag im Fokus. Der Chiphersteller Taiwan Semiconductor gab positive Geschäftszahlen und einen optimistischen Ausblick für das erste Quartal bekannt, was die Nachfrage nach Halbleiterwerten ankurbelte. ASML erzielte einen Kursgewinn von über fünf Prozent und erreichte damit ein neues Hoch.
Im Luxussektor hingegen konnten vorläufige Gewinne nicht gehalten werden. Der Schweizer Konzern Richemont steigerte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 seinen Umsatz trotz der hohen Vergleichswerte aus dem Vorjahr zwar deutlich und übertraf die Analystenerwartungen, warnte jedoch vor negativen Währungseffekten und gestiegenen Rohmaterialkosten, die die Margen belasten könnten. Die Richemont-Aktie verlor daraufhin 1,6 Prozent an Wert. Auch Swatch und Kering schlossen nach anfänglichen Gewinnen im Minus, wobei Kering sogar um 3,7 Prozent nachgab.
Ölaktien schwächelten infolge des Preisrückgangs am Ölmarkt, ausgelöst durch die Hoffnung auf das Ausbleiben eines militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Laut Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank, führten die Anleger eine rasche Neubewertung der geopolitischen Risiken durch, was zu einem scharfen Preisrückgang bei Öl und Edelmetallen führte.

