Europas Trumpf im Iran-Atomstreit: Die Macht des Snapback-Mechanismus
Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht die Europäer in einer starken Position in den anstehenden Verhandlungen mit dem Iran bezüglich dessen Atomprogramms. In der Talksendung „Maybrit Illner“ betonte der CDU-Politiker, dass die Europäer gute Karten in der Hand haben, insbesondere durch den sogenannten Snapback-Mechanismus. Dieser erlaubt es ihnen, frühere UN-Sanktionen gegen Teheran wieder zu aktivieren. Laut Wadephul ist dieser Mechanismus ein bedeutendes Druckmittel, das Europa gemeinsam mit den USA in den Verhandlungen zielgerichtet nutzen wird.
Das Wiener Abkommen von 2015, das ursprünglich den Rahmen für das Atomprogramm Irans setzte, läuft formal im Oktober 2025 aus. Dennoch bietet es den Europäern bis dahin die Möglichkeit, strenge Sanktionen wieder in Kraft zu setzen, selbst wenn sie nicht direkt an den Verhandlungen teilnehmen. Dies verleiht Europa eine strategische Position im diplomatischen Spiel.
Wadephul ist in engem Kontakt mit den USA sowie seinem iranischen Amtskollegen und betont, dass die E3-Gruppe, bestehend aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, zentrale Akteure im Dialog mit den Iranern sind. Dies unterstrich auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, der bei einem Treffen in Genf Bedenken äußerte, dass die Anwendung des Snapback-Mechanismus Europas Rolle in den Atomverhandlungen dauerhaft schädigen könnte.
Trotz der Spannungen appelliert Wadephul an eine verhandlungsbasierte Lösung im Israel-Iran-Konflikt. Er bleibt überzeugt, dass nur durch Dialog ein nachhaltiger Frieden erzielt werden kann, ganz im Sinne des ehemaligen US-Außenministers John Kerry, den er zitierend unterstützt.

