Europas Börsen: Pharmawerte im Rampenlicht
An den wichtigsten europäischen Börsenplätzen zeigte sich am Mittwoch ein insgesamt leicht positives Bild. Besonders im Fokus standen die Pharmaaktien, die mit deutlichen Kursgewinnen überzeugten.
Der EuroStoxx 50 legte zur Mittagszeit um 0,29 Prozent auf 5.546,09 Punkte zu. Außerhalb der Eurozone steigerte sich der Schweizer SMI um 1,38 Prozent auf 12.276,79 Punkte, beflügelt durch starke Kursbewegungen bei den Schwergewichten der Pharmabranche. Der britische FTSE 100 gewann ebenfalls an Boden und stieg um 0,67 Prozent auf 9.413,42 Punkte, wobei AstraZeneca als besonders gefragt galt.
Die Auswirkungen der momentanen US-Haushaltssperre hielten sich bislang in Grenzen, könnten jedoch in den kommenden Tagen zunehmen. Marktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets sieht die Anleger im Zwiespalt zwischen Hoffnung auf eine baldige Einigung und dem Risiko eines weiter andauernden Shutdowns, der zuletzt unter Präsident Trump eine Rekordlänge erreichte. Ein solcher Stillstand wird von Trump eher als Mittel zur Effizienzsteigerung des Staatsapparates angesehen denn als ernsthafte Krise.
Vor allem der Pharmasektor stach hervor, angefeuert durch eine Vereinbarung zwischen der US-Regierung und Pfizer, die günstigere Medikamente innerhalb des Medicaid-Programms vorsieht. Diese Entwicklung wird von Experten wie Richard Vosser von JPMorgan als positiv bewertet, da sie den gesamten Sektor beflügeln könnte. Allerdings halten die Analysten von Bernstein die Auswirkungen auf europäische Pharmaunternehmen für eher gering, da die Medikamentenpreise unter Medicaid bereits straffen Verhandlungen unterliegen.
Unter den größten Gewinnern waren Roche mit einem Anstieg von knapp fünf Prozent und Sanofi mit einem Plus von vier Prozent. Novo Nordisk legte um 3,6 Prozent zu. Auch die Versorgeraktien erfreuten sich eines Auftriebs, mit Engie, das nach einer Hochstufung durch die Bank of America auf "Buy" um ein Prozent zulegen konnte. Adidas profitierte von erfreulichen Unternehmenszahlen bei Nike und gewann zwei Prozent. Asos erholte sich mit einem Anstieg von 1,4 Prozent.
Abwärts ging es hingegen für die zinssensiblen Immobilienwerte, während die jährliche Inflationsrate in der Eurozone im September laut ersten Eurostat-Schätzungen auf 2,2 Prozent anstieg, verglichen mit 2,0 Prozent im August.

