Europas Bedachtsamkeit bringt Lichtblicke in düstere Wirtschaftsaussichten
Europas besonnene Antwort auf die von den USA verhängten Zölle hat die trüben wirtschaftlichen Aussichten im Euroraum etwas aufgehellt. Der Konjunkturindikator des Analyseinstituts Sentix zeigte im Mai einen bemerkenswerten Anstieg auf minus 8,1 Punkte von zuvor minus 19,5 Punkten. Dies gab Sentix am Montag bekannt. Analysten hatten ursprünglich nur mit einem Anstieg auf minus 11,5 Punkte gerechnet. Besonders erfreulich war die Erholung sowohl der Lageeinschätzungen als auch der Erwartungswerte in der Eurozone.
Letztere haben sogar den Sprung in den positiven Bereich geschafft. Ein Kommentator des Analyseinstituts fasste das Umfrageergebnis mit „Rolle rückwärts nach der Rolle rückwärts“ zusammen. Die Umfrage, durchgeführt unter 1.068 Investoren, davon 206 institutionelle Anleger, ermöglichte es, den Monat nach dem massiven Schock durch die US-Zölle zu reflektieren.
Bei Sentix erklärte man, die Anleger hätten positiv auf die bisherige Reaktion der EU-Kommission auf die protektionistische Zollpolitik der USA reagiert und ihre Konjunktureinschätzungen angepasst. Dennoch sei die Phase der Unsicherheit noch nicht überwunden. Hauptsächlich betroffen von den Zöllen sind die Volkswirtschaften der USA sowie teilweise China und die Schweiz.
Da die Sentix-Umfrage frühzeitig im Monat erscheint, genießt sie besondere Aufmerksamkeit an den Finanzmärkten, da sie Indikationen für weiterführende Indikatoren wie die ZEW-Konjunkturerwartungen oder das Ifo-Geschäftsklima liefern könnte.

