Europas Aufstieg: Blackstones Großoffensive im neuen Licht
Blackstone, der weltweit führende Private-Equity-Gigant, richtet seine Augen auf Europa. CEO und Mitbegründer Stephen Schwarzman verkündete in einem Gespräch mit der Financial Times ehrgeizige Investitionspläne: Über 500 Milliarden US-Dollar sollen in den nächsten zehn Jahren in Europa fließen. Der Grund? Europas wachsender Reformwille und die Notwendigkeit, die langsamen Wachstumsraten der letzten Dekade hinter sich zu lassen.
Europäische Entscheider beginnen, mehr Druck auf die Europäische Union auszuüben, um Deregulierungen voranzutreiben. Dies eröffnet laut Schwarzman bedeutende Chancen für Unternehmen. Europa könnte demnach besser abschneiden als in der Vergangenheit. Auch sieht Schwarzman in der Region ein großes Potenzial, das durch vergleichsweise niedrige Unternehmensbewertungen und Finanzierungszinsen gestützt wird.
Die positive Stimmung gegenüber Europa zeigt sich auch angesichts geplanter staatlicher Ausgabensteigerungen, besonders im Verteidigungssektor. Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft, plant ebenfalls, nach Jahren der Sparpolitik wieder mehr in Infrastruktur zu investieren. Diese Aussichten beflügeln die europäischen Märkte, was sich im Stoxx Europe 600 und im DAX widerspiegelt, die in diesem Jahr stark zulegten.
Im Gegensatz dazu herrschte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Anfang des Jahres eine pessimistische Stimmung über Europa. Kritisiert wurden die Risikoaversion und die lähmenden Regulierungen. Doch die optimistische Wendung durch Blackstone löst positive Impulse aus, insbesondere da US-amerikanische Märkte durch politische Unsicherheiten und Schwankungen beeinflusst werden.

