Europas Aktienmärkte pausieren: Skepsis in Handelsstreit sorgt für Zurückhaltung
Nach den positiven Bewegungen des Vortages legten die führenden europäischen Aktienmärkte am Dienstag eine Verschnaufpause ein. Der EuroStoxx 50 verharrte nahezu bewegungslos und stabilisierte sich auf dem am Montag notierten Rekordniveau. Ein ähnliches Bild zeichnete sich außerhalb des Euroraums ab. Während der FTSE 100 in Großbritannien ein Plus von 0,19 Prozent auf 9.421,82 Punkte verzeichnete, sank der Schweizer SMI um 0,24 Prozent auf 12.604,31 Punkte.
Diese Entwicklung begründet Analyst Christian Henke von IG Markets mit der anhaltenden Skepsis hinsichtlich einer rapide Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Insbesondere Pekings Standhaftigkeit bei den Exportkontrollen für Seltene Erden dämpft die Hoffnung auf ein baldiges Abkommen, was wiederum US-Präsident Donald Trumps Optimismus einen Dämpfer verpasst.
Im wenig volatilen Marktumfeld erstrahlten Immobilienwerte im Glanz der Gunst des Anleihemarkts, welcher durch fallende Renditen positive Signale sendete. Diese Sektor hat zudem noch nennenswertes Potenzial, um frühere Höchststände zu erreichen. Auch Aktien von Herstellern hochwertiger Konsumgüter waren gefragt. So erreichte EssilorLuxottica dank leichterer Gewinne ein neues Rekordhoch, wobei Barclays das Kursziel von 305 auf 345 Euro erhöhte.
Im Technologiesektor herrschte hingegen Druck auf den französischen IT-Dienstleister Atos, dessen Aktien mit einem Rückgang von zehn Prozent aufwarten mussten. Dies war eine Reaktion auf die veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal sowie die Anpassung der Prognosen. Die Anspannung ist spürbar, da bedeutende Technologieunternehmen kurz davorstehen, ihre Ergebnisse publik zu machen. SAP, Europas größter Softwarehersteller, präsentiert seine Zahlen zum dritten Quartal am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA.
Am anderen Ende des Spektrums konnte sich AMS-Osram positiv absetzen. Die Aktien des Unternehmens legten um acht Prozent zu, gestützt durch Gerüchte über eine mögliche Allianz mit dem US-amerikanischen Social-Media-Giganten Meta, welche bereits am Vortag für Auftrieb gesorgt hatten.

