Europäischer Erdgaspreis stürzt angesichts globaler Handelsspannungen
Die Talfahrt des europäischen Erdgaspreises beschleunigte sich zum Wochenschluss. Der führende Terminkontrakt TTF, zur Lieferung innerhalb eines Monats, fiel um etwa zehn Prozent auf 35,15 Euro je Megawattstunde und erreichte damit den niedrigsten Stand seit September des Vorjahres.
Dieser historische Rückgang ist vor allem auf die jüngste Eskalation im Handelskonflikt zurückzuführen. Nachdem US-Präsident Donald Trump ein umfassendes Zollpaket ankündigte, verschärfte sich die Abwärtsbewegung am Gasmarkt, die sich kurz vor dem Wochenende deutlich intensivierte.
Die Reaktion Chinas auf die US-Zölle ließ nicht lange auf sich warten. Peking kündigte Gegenzölle von 34 Prozent auf US-Exporte an, die am 10. April in Kraft treten sollen. Zusätzlich setzte China elf US-amerikanische Unternehmen auf eine Liste, die den Handel mit China praktisch unmöglich macht. Diese Entwicklung schürt an den Finanzmärkten die Angst vor einer Eskalation zum Handelskrieg, der weitreichende Konsequenzen für die globale Wirtschaft und die Nachfrage nach Rohstoffen hätte.
Interessanterweise wurde der Rückgang der Gaslieferungen aus Norwegen, verursacht durch saisonale Wartungsarbeiten, am Markt nahezu ignoriert. Produktionskürzungen des größten europäischen Lieferanten konnten den Preisverfall nicht bremsen, da die Sorgen um den Handelskonflikt das Marktgeschehen dominierten.

