Europäischer Atomschutzschirm: EVP-Chef Manfred Weber fordert europäische Zusammenarbeit
Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat sich für den Aufbau eines europäischen Atomschutzschirms ausgesprochen. In einem Interview mit dem BR24 betonte Weber die Bedeutung einer atomaren Abschreckung als 'Lebensversicherung' für jeden Staat. Deshalb solle die Europäische Union das Angebot des französischen Präsidenten Emmanuel Macron annehmen, den Atomschutzschirm seines Landes in europäische Strukturen einzubetten.
Macron tritt schon länger dafür ein, dass sich Europa unabhängiger von den USA in Bezug auf atomare Abschreckung machen sollte. Bereits in der Vergangenheit hat er Deutschland und anderen EU-Partnern Gespräche darüber angeboten. Dabei geht es vor allem um die europäische Dimension der nuklearen Abschreckung Frankreichs. Macron betonte auf der Münchner Sicherheitskonferenz im letzten Jahr die wichtige Rolle von Atomwaffen in der Europäischen Union, insbesondere mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Nach dem Austritt Großbritanniens ist Frankreich die einzige verbliebene Atommacht der EU.
Neben dem Atomschutzschirm sprach sich Weber auch für einen europäischen Raketenschutzschirm und eine Cyberabwehrbrigade aus. Er betonte jedoch, dass er eine gemeinsame Schuldenaufnahme wie während der Corona-Pandemie ablehnt. Wenn man mehr in Verteidigung investieren wolle, müsse man ehrlich sein und den Menschen sagen, dass dies etwas kosten werde, so der CSU-Politiker.
Deutschland hat in diesem Zusammenhang kürzlich den Aufbau einer weitreichenden Raketenabwehr in Europa vorangetrieben, unter anderem durch den Kauf des israelischen Luftverteidigungssystems Arrow 3. (eulerpool-AFX)

