Europäische Rüstungswerte brechen ein nach Trumps Ankündigung von Friedensgesprächen mit Putin und Selenskyj
Die Aussicht auf Fortschritte bei einem Waffenstillstand in der Ukraine hat am Dienstag die Kurse europäischer Rüstungsunternehmen deutlich belastet. Aktien von Leonardo und Hensoldt verloren jeweils 9,5 Prozent, Rheinmetall fiel um 4,9 Prozent. Anleger fürchten, dass die monatelange Rally der Branche an Dynamik verliert.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, die USA würden sich in Friedensgespräche zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin einschalten. Parallel berichtete die Financial Times, die Ukraine plane, US-Waffen im Wert von 100 Mrd. Dollar zu kaufen – finanziert durch europäische Mittel – um sich amerikanische Sicherheitsgarantien zu sichern.
„Jegliche Deeskalation zwischen Russland und Europa und die Aussicht auf verstärkte Käufe von US-Ausrüstung sind für diese Unternehmen negativ“, sagte Craig Cameron von Franklin Templeton. Hohe Bewertungen erhöhten zusätzlich den Druck, Ergebnisse zu liefern.
Seit Jahresbeginn hatten europäische Rüstungstitel massiv zugelegt: Rheinmetall um 155 Prozent, Saab um 110 Prozent, Thales um 65 Prozent. Getrieben wurde der Anstieg durch Berlins Ankündigung im März, die Schuldenbremse zu lockern, um Milliarden für Verteidigung und Infrastruktur bereitzustellen. Viele Investoren sahen dies als Signal für eine dauerhafte Aufrüstung Europas.
Auch ukrainische Anleihen profitierten von den Friedenssignalen: Ein Bond mit Laufzeit bis 2035 stieg auf knapp 60 Cent je Dollar, den höchsten Stand seit März. Investoren spekulieren, dass ein Kriegsende die Wahrscheinlichkeit von Rückzahlungen und Wachstumsprämien erhöhen würde.
Trotz der Kursverluste gehen viele Analysten nicht von einer Rückkehr zu Vorkriegsniveaus aus. „Europa wird strukturell mehr Geld für Verteidigung ausgeben müssen“, so Cameron. „Selbst bei einem Waffenstillstand gibt es kein Zurück in die alte Welt.“

