Europäische Nuklearoption: Deutschland erwägt strategische Ergänzungen
Bundeskanzler Friedrich Merz betont die mögliche Aufnahme Deutschlands in einen europäischen nuklearen Schutzschirm als sinnvolle Ergänzung der bestehenden nuklearen Abschreckungspartnerschaft mit den USA. Bei einem Treffen mit Litauens Regierungschefin machte Merz deutlich, dass strategische und militärpolitische Erwägungen sorgfältig abgewogen werden müssten. Dennoch sei es nach seiner Ansicht aktuell noch zu früh für konkrete Maßnahmen, auch wenn erste strategische Gespräche bereits beginnen.
Merz erinnerte daran, dass Deutschland im Rahmen des Zwei-plus-vier-Vertrags sowie des Nichtverbreitungsvertrags verpflichtet sei, keine eigenen Atomwaffen zu besitzen. Dies schließt jedoch nicht aus, in Kooperation mit anderen europäischen Staaten an einer gemeinsamen atomaren Strategie zu arbeiten. Eine solche Initiative würde nicht im Gegensatz zur bestehenden nuklearen Teilhabe mit den USA stehen, betonte Merz.
Vielmehr könnte sie eine zusätzliche Ebene der Sicherheit bieten, ähnlich wie es bereits für Frankreich und Großbritannien der Fall ist. Aktuell ist Deutschland, im Gegensatz zu Frankreich, Großbritannien und den USA, keine Atommacht. Es stellt jedoch im Rahmen der Nato-Strategie der nuklearen Teilhabe Kampfflugzeuge, die im Notfall mit US-Atombomben ausgerüstet werden könnten, bereit.

