Europäische Börsen unter Druck: Zollängste lasten auf dem Markt
Die Unsicherheiten um die Zollpolitik und Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung haben den europäischen Aktienmarkt zu Beginn der Woche deutlich belastet. Negative Impulse kamen bereits aus Asien, wo die Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump einen merklichen Rückgang des Nikkei um fast 4 Prozent auf den tiefsten Stand seit September 2024 zur Folge hatten.
Der Dax entging einem ähnlich starken Rückschlag, zeigte sich am Morgen jedoch ebenfalls schwächer und verlor 1,4 Prozent, womit er auf 22.150 Punkte fiel – ein Niveau, das zuletzt Mitte Februar verzeichnet wurde. Damit fiel der deutsche Leitindex auch unter seine 50-Tage-Linie, ein wichtiges Indikator für den mittelfristigen Trend. Nach der Rekordmarke von 23.476 Punkten Mitte März droht nun eine Kursumkehr.
Trotz des aktuellen Rückgangs präsentiert sich der Dax im ersten Quartal immer noch mit einem Plus von über 11 Prozent – der MDax verzeichnet ein Wachstum von 6 Prozent, obwohl er am Montag um mehr als 2,3 Prozent auf fast 27.200 Punkte zurückfiel. Auch der EuroStoxx 50, der führende Index der Eurozone, notierte einen Rückgang von 1,4 Prozent.
Diese Entwicklungen erfolgen im Vorfeld des mit Spannung erwarteten "Tag der Befreiung in Amerika" am Mittwoch, zu dem Präsident Trump ein umfassendes Zollpaket angekündigt hat. Über mögliche reziproke Zölle, die er bereits in einem Gespräch an Bord der Air Force One andeutete, zeigte sich der Markt alarmiert.
Trotz des negativen Trends zeigten sich einige Sektoren stabil, insbesondere Rüstungsaktien, Versorger und Stahlpapiere. Besonders Thyssenkrupp konnte zuletzt um 2 Prozent zulegen, nachdem der Kurs bereits einen Rückgang von 18 Prozent seit seinem Hoch im Jahr 2021 verbucht hatte. Analyst Boris Bourdet von Kepler Cheuvreux empfiehlt diese Aktien zum Kauf, da "Trumps Handelskrieg" die Stahlpreise erhöht habe und Investitionen in stahlintensive Bereiche fördere.
Im SDax hingegen erlitten die Aktien von Cancom einen Rückschlag von fast 15 Prozent, nachdem der Geschäftsausblick des IT-Dienstleisters am Markt kritisch aufgenommen wurde.

