Europa setzt Zeichen gegen Trumps Zolldrohungen: Sondergipfel steht bevor
Nach heftigen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und andere Nato-Partner bereitet die Europäische Union ihre Antwort vor. Die Drohungen erfolgten im Kontext des umstrittenen US-Anspruchs auf Grönland, was in Europa auf strikte Ablehnung stößt. Am kommenden Donnerstag soll nun ein Sondergipfel der EU zur koordinierten Reaktion stattfinden.
Der Konflikt hatte sich über das Wochenende verschärft und droht in einen umfangreichen Handelsstreit auszuarten, der der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks empfindlichen Schaden zufügen könnte.
Die USA planen, Zölle auf Importe aus acht europäischen Staaten zu erheben, nachdem diese von Dänemark zu einer militärischen Mission in Grönland eingeladen wurden. Die EU erwägt, im Gegenzug bereits ausgesetzte Zölle auf US-Waren wieder in Kraft zu setzen, die einen Umfang von 93 Milliarden Euro haben.
Trump rechtfertigt seine Forderung mit der Sicherheit Grönlands und argumentiert, nur die USA könne diese garantieren. Dabei verweist er auf eine vermeintliche russische Bedrohung in der Arktisregion, die Dänemark allein nicht abwehren könne. In einem kürzlich veröffentlichten Brief an Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre machte Trump seine Position nochmals deutlich.
Viele europäische Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, reagierten empört auf Trumps Ankündigung. Die EU zeigt sich entschlossen, auf die Erpressung zu antworten, wie auch der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil klarstellte, der von einer versuchten Erpressung sprach.
Das Anti-Coercion Instrument (ACI) als Mittel gegen wirtschaftliche Nötigung könnte bald zum Einsatz kommen, so lauten Berichte aus Paris. Die EU könnte ab Februar die zuvor pausierten Zölle reaktivieren, sollte die Situation weiter eskalieren.
Ursula von der Leyen und António Costa betonten die Bereitschaft der EU, ihre Interessen zu verteidigen. In Gesprächen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte und dem britischen Premierminister Keir Starmer versuchte Trump offenbar, die europäischen Bedenken zu mildern, während der Dax auf die anhaltenden Unsicherheiten eher gedämpft reagierte. Zusätzliche Bedenken um den internationalen Handel heben die Bedeutung des kommenden Weltwirtschaftsforums in Davos hervor, da es sich zu einem potenziellen Krisengesprächsort entwickeln könnte.

