Europa setzt auf ambitionierten Klimafahrplan
Der Versuch der Europäischen Union, auf der Weltklimakonferenz in Belém entscheidende Fortschritte beim globalen Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas zu erzielen, nimmt Formen an. Mit einem eigenen Textentwurf unterstreicht die EU ihr Bestreben, einen möglichst umfassenden und ehrgeizigen Plan zu etablieren. Dies betonte der niederländische EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, der die Bedeutung eines klaren Fahrplans für den Erfolg der Konferenz hervorhob.
Ziel sei es, den Entwurf global zu verankern und viele Länder ins Boot zu holen. Deutschlands Engagement in dieser Initiative war bereits im Vorfeld deutlich geworden, als sich Umweltminister Carsten Schneider gemeinsam mit anderen Staaten für den notwendigen Wandel stark machte. Der Widerstand mächtiger Öl- und Gasexporteure wie Saudi-Arabien bleibt allerdings ein gewichtiger Gegenpol in den Verhandlungen.
Einigkeit besteht darin, dass neben dem Ausstieg auch der Ausbau erneuerbarer Energien und die Effizienzsteigerung bis 2030 entscheidende Eckpfeiler der Klimakonferenz sind. Der Gastgeber Brasilien plant seinerseits, neue Entwürfe für das Abschlussdokument vorzulegen, was die europäischen Vorschläge der Bewährungsprobe unterziehen wird. Gleichzeitig wird innerhalb der EU über die Intensität des Klimaschutzes diskutiert, speziell das Verbot für neue Verbrennungsmotoren ab 2035 steht derzeit auf der Kippe. Hier hat die EU-Kommission eine Neubewertung des Ziels noch vor Ende des Jahres in Aussicht gestellt.

