Eurokurs rutscht ab: Konjunkturdaten stützen US-Dollar
Der Euro hat am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar an Boden verloren. Noch am Morgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung über der Marke von 1,16 US-Dollar gehandelt, fiel jedoch am Nachmittag auf 1,1586 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1579 US-Dollar fest, nachdem er am Vortag bei 1,1602 US-Dollar lag. Der Dollar kostete entsprechend 0,8636 Euro.
Ein kurzzeitiges Aufwärtsmomentum für den Euro ergab sich durch Spekulationen über die mögliche Entlassung von Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed. Diese wurden von US-Präsident Donald Trump jedoch rasch entkräftet, woraufhin der Euro seine vorangegangenen Kursgewinne wieder abgeben musste. John Williams, Präsident der New Yorker Zentralbank und Mitglied der Fed, unterstrich inmitten kritischer Äußerungen durch Trump die Bedeutung der Unabhängigkeit der Zentralbank.
Williams erklärte, dass eine solche Unabhängigkeit relevante Vorteile für Preis- und wirtschaftliche Stabilität in den USA bringe. Zudem prognostizierte er, dass die US-Zollpolitik in den kommenden Monaten stärkeren Einfluss auf die Inflation haben könnte, daher sei die gegenwärtig restriktive Geldpolitik gerechtfertigt. Aktuelle Konjunkturdaten, die am Nachmittag veröffentlicht wurden, untermauerten die Robustheit der US-Wirtschaft.
Der Einzelhandelsumsatz im Juni übertraf die Erwartungen deutlich. Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba betonte, dass diese Zahlen Konjunktursorgen dämpfen dürften. Er wies auch auf den Anstieg des Philadelphia-Fed-Index sowie den Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hin. Diese Entwicklungen reduzierten den Druck auf die Fed, den Leitzins schnell und deutlich zu senken.
Die EZB legte die Euro-Referenzkurse zu anderen wichtigen Währungen wie folgt fest: 0,86440 britische Pfund, 172,28 japanische Yen und 0,9323 Schweizer Franken. Der Goldpreis fiel in London um 20 Dollar auf 3.327 Dollar je Feinunze.

