Eurokurs bleibt unter Tageshoch – Spannungen bei der Fed
Der Euro hat sich im US-Handel nach einem kurzen Ausflug gen Norden wieder knapp unterhalb seines Tageshochs eingependelt. Zuletzt spekulierten Anleger zu einem Kurs von 1,1656 US-Dollar auf die Gemeinschaftswährung, nachdem der asiatische Handel niedrigere Notierungen um 1,162 Dollar je Euro gesehen hatte. Die Höchstmarke des Tages lag bei 1,1674 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,1651 Dollar fest, was im Vergleich zum vorherigen Tag eine leichte Abnahme zeigt.
Im Zentrum politischer und wirtschaftlicher Diskussionen stand der jüngste Einblick in die Überlegungen der Fed-Vertreter, die größeren Befürchtungen bezüglich Inflation Ausdruck verliehen als den Sorgen um den Arbeitsmarkt. Trumps protektionistische Zollpolitik sorgt unterdessen für Spannungen im Zinsausschuss. Trotz einer im ersten Halbjahr geschwächten Konjunktur hielt die Fed den Leitzins bei einer Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent, begleitet von der Bewertung eines soliden Arbeitsmarktes und einer weiterhin anspruchsvollen Inflationslage.
Für Furore sorgte US-Präsident Donald Trump mit seiner Forderung nach einem Rücktritt der Fed-Gouverneurin Lisa Cook, die auf seiner Plattform Truth Social über einen kritischen Medienbericht thematisiert wurde. Bloomberg zufolge geht es um Vorwürfe falscher Angaben in Kreditangelegenheiten. Die Angelegenheit wird vorerst ohne rechtliche Schritte behandelt, doch die Verbindung von Trump-Vertrauten wie Bill Pulte lässt weiter Druck erwarten.
Trumps unnachgiebige Haltung gegenüber Zinssenkungen zielt immer wieder auf Fed-Chef Jerome Powell ab. Neue Hinweise zur Zinspolitik könnten beim Notenbanktreffen in Jackson Hole erwartet werden, das Licht in das mögliche Vorgehen der Fed bringen könnte. Die Mehrzahl der Marktteilnehmer bleibt trotz einer letzten Kurskorrektur ihrer Zinssenkungserwartungen für September optimistisch, insbesondere da höhere Erzeugerpreise dem Dollar zusetzen.

