Euro zeigt Stärke nach Zollpause der USA: Trump verschiebt Zölle
Am Montag erlebte der Euro eine bemerkenswerte Aufwertung, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verschiebung der geplanten Zölle verkündet hatte. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 1,1381 US-Dollar, nachdem sie im frühen Handel noch leicht niedriger gehandelt wurde. Kurzzeitig überschritt der Euro sogar die Marke von 1,14 Dollar, ein Niveau, das zuletzt Ende April erreicht wurde. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 1,1381 Dollar fest, was eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Kurs von 1,1301 Dollar am Freitag darstellt. Der Wert des Dollars fiel im Vergleich zum Euro, sodass dieser 0,8786 Euro kostete.
Der Hintergrund für diesen Anstieg zum Wochenanfang ist die jüngste Entwicklung im transatlantischen Handelskonflikt. Präsident Trump hat beschlossen, die geplanten neuen Importzölle auf Waren aus der Europäischen Union um einen Monat zu verschieben, um mehr Zeit für Verhandlungen zu gewinnen. Die Einführung der 50-prozentigen Einfuhrgebühren soll nun am 9. Juli erfolgen, wie er nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekanntgab. Von der Leyen betonte in einem Beitrag auf der Plattform X die Entschlossenheit Europas, die Gespräche zügig und engagiert voranzutreiben. Trotz der Unsicherheiten bleibt der Euro stark, auch wenn Devisenexperten vor weiterhin bestehenden Unwägbarkeiten warnen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht im Handelsstreit mit den USA eine erhebliche wirtschaftliche Gefahr und befürwortet eine Stärkung des Euro. In Berlin erklärte sie, der gegenwärtige Wandel biete Chancen für eine größere internationale Rolle der Währung. Seit der Ankündigung von Trumps globalem Zollpaket steht der Dollar unter Druck – der Euro ist im Vergleich zum Dollar so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Weder aus der Eurozone noch aus den USA kamen angesichts des US-amerikanischen Feiertags "Memorial Day" nennenswerte Konjunkturdaten.
Ergänzend legte die EZB die Referenzkurse für den Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen fest: Er notierte bei 0,83920 britischen Pfund, 162,63 japanischen Yen und 0,9356 Schweizer Franken. Der Preis für eine Feinunze Gold belief sich am Nachmittag in London auf 3.337 Dollar, etwa 20 Dollar weniger als am vorhergehenden Tag.

