Euro zeigt sich robust trotz schwacher Industriedaten

Der Euro hat am Freitag seinen Kurs über die 1,18 US-Dollar-Marke hinaus verteidigt und notierte am Nachmittag bei 1,1811 US-Dollar. Noch zu Beginn des Handels lag er tiefer. Die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmte den Referenzkurs auf 1,1794 US-Dollar, nachdem er am Donnerstag bei 1,1798 gelegen hatte. Entsprechend erhielt man für einen US-Dollar 0,8478 Euro.
Trotz enttäuschender Industriedaten aus Deutschland blieb der Druck auf den Euro überschaubar. In der größten Volkswirtschaft der Eurozone war die Industrieproduktion im Dezember unerwartet stark gefallen, nach drei aufeinanderfolgenden Monaten mit Zuwächsen. Experten wiesen jedoch auf den starken Auftragseingang in der Industrie hin und erwarten, dass die Erholung nach der Krise anhalten wird. Auch die Handelsdaten aus Deutschland waren im Dezember erstaunlich robust.
Im Laufe des Nachmittags gab der Euro einen Teil seiner Gewinne wieder ab. In den USA zeigte sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im Februar optimistischer als angenommen. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage durch die Verbraucher verbesserte sich, während die zukünftigen Erwartungen leicht zurückgingen.
Der jüngste Anstieg des Euro hat bei der EZB keine großen Besorgnisse erzeugt. Die meisten Gewinne hatte der Euro bereits im ersten Quartal 2025 verzeichnet, erklärte EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras in einem Interview mit Bloomberg-TV. Er betonte, dass die jüngste Kursbewegung keinen Anlass gebe, die geldpolitische Strategie zu ändern. EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußerte sich im Einklang damit nach der letzten Zinsentscheidung. Sie merkte an, dass ein stärkerer Euro potenziell die Inflation stärker senken könnte als bisher prognostiziert, aber dies sei bereits im Basisszenario der EZB berücksichtigt. Der Euro verbleibe weiterhin im Rahmen des langfristigen Durchschnitts.
Gegenüber anderen wichtigen Währungen taxierte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86790 britische Pfund, 185,27 japanische Yen und 0,9175 Schweizer Franken. Der Preis für die Feinunze Gold fiel zuletzt auf 4.950 Dollar, das waren ungefähr 171 Dollar weniger als am Vortag.

