Euro unter Druck: US-Konjunkturdaten und stabile Arbeitsmarktlage setzen Währung zu
Der Euro stand am Mittwoch erneut unter Druck und verzeichnete leichte Verluste. Im frühen Handel notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1475 US-Dollar, was einem geringfügigen Rückgang im Vergleich zum Morgen entsprach. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,1492 Dollar fest, leicht höher als am Vortag. Auf der anderen Seite kostete der Dollar 0,8701 Euro.
Für den Euro war insbesondere der positive Impuls aus den USA belastend, wo die Privatwirtschaft im Oktober mehr Arbeitsplätze schuf als erwartet. Diese Zahlen, erhoben vom privaten Arbeitsmarktdienstleister ADP, ziehen derzeit besondere Aufmerksamkeit auf sich, nachdem offiziellere Arbeitsmarktdaten wegen der teilweisen Schließung der US-Bundesbehörden ausbleiben.
Zusätzlich zeigte sich eine unerwartet positive Entwicklung im amerikanischen Dienstleistungssektor. Der Einkaufsmanagerindex des ISM erhöhte sich deutlich und verlieh der Konjunktur Optimismus. Analysten, wie Ulrich Wortberg von Helaba, vermuten aufgrund der stabilisierenden Arbeitsmarktzahlen, dass die Erwartungen an weitere Zinssenkungen der Federal Reserve vermutlich schwinden.
Die europäischen Konjunkturdaten hatten hingegen wenig Einfluss auf den Euro. In Deutschland nahmen die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe nach mehreren enttäuschenden Monaten leicht zu, was die Erwartungen übertraf. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen schwach. Ralf Solveen, Ökonom der Commerzbank, sieht jedoch ab dem kommenden Jahr Potenzial für eine Belebung, gestützt durch die Zinspolitik der EZB und expansive Finanzmaßnahmen, sofern umfassende Reformen erfolgen.
Die EZB setzte weitere Referenzkurse für den Euro gegen wichtige Währungen fest: 0,88100 britische Pfund, 176,67 japanische Yen und 0,9307 Schweizer Franken. Der Preis für eine Feinunze Gold stieg um 44 Dollar und lag zuletzt bei 3976 Dollar.

