Euro unter Druck: Anleger warten auf Fed-Zinsentscheidung
Der Euro hat am Mittwoch nach seinem Höhenflug am Vortag wieder nachgegeben. Zum Auftakt des Tages wurde er mit 1,20 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs zuvor am Dienstagabend bis auf 1,2081 US-Dollar gestiegen war – der höchste Stand seit 2021. Die Investoren blicken nun gespannt auf die erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die im Laufe des Abends verkündet wird.
Analysten sprechen von einer Gegenbewegung am Devisenmarkt. Der Anstieg des Euro am Dienstag war insbesondere durch die Schwäche des US-Dollar befeuert worden. Diese hatte US-Präsident Donald Trump mit gelassenem Unterton kommentiert, indem er die jüngste Abwertung als vorteilhaft für die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft beschrieb. Trump sieht in der relativen Dollar-Schwäche keine Gefahr, sondern eine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Stärkung.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, bestätigt diese Ansicht und verweist darauf, dass die US-Regierung in der Dollarabwertung potenzielle ökonomische Vorteile erkennt. Trotz Trumps anhaltender Forderungen nach niedrigeren Zinsen und seiner Kritik an Fed-Chef Jerome Powell wird am Abend eine unveränderte Leitzinsspanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent erwartet. Dies nährt, wie von der Landesbank Hessen-Thüringen bemerkt, vermehrt Sorgen über die Unabhängigkeit der Federal Reserve.
Sollte die Zinsentscheidung den Erwartungen nicht gerecht werden, könnte Präsident Trump die Gelegenheit nutzen, die Führung der Notenbank neu auszurichten. Die Amtszeit von Jerome Powell endet im Mai, und bereits jetzt kursieren Namen potentieller Nachfolger.

