Euro trotzt US-Zollchaos und konjunkturellen Gegenwinden
Nach einem frühen Taucher infolge einer aufsehenerregenden Entscheidung eines US-Bundesgerichts gegen die Zollpolitik von Präsident Donald Trump erholte sich der Euro am Donnerstag deutlich. Diese Entwicklung sorgte für eine unübersichtliche Lage am Devisenmarkt, da der Fall voraussichtlich die Instanzen der Gerichtsbarkeit durchlaufen wird. Experten spekulieren, dass ein Berufungsgericht die Maßnahmen möglicherweise vorübergehend wieder implementieren könnte, wobei die US-Regierung noch auf mögliche Schlupflöcher hoffen kann.
Am Donnerstagnachmittag notierte der Euro bei 1,1347 US-Dollar, wobei er in der Nacht zuvor auf 1,1211 Dollar gesunken war. Dies markiert den höchsten Stand seit Dienstag. Ursprünglich lag der Kurs vor der Gerichtsentscheidung bei 1,13 Dollar. Im April hatte der Euro auf Grund des von Trump initiierten Handelskriegs ein Mehrjahreshoch von 1,1573 Dollar erreicht, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten. Trumps unberechenbare Wirtschafts- und Zollpolitik lastet schwer auf dem Dollar, der seit Mitte Januar um zehn Prozent abgewertet hat.
Nicht nur das Gerichtsurteil drückte den Dollar, auch die US-Konjunkturdaten zeigten Wirkung. Der Euro profitierte von einem stärkeren Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA als erwartet. Dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im ersten Quartal weniger stark geschrumpft ist als zunächst ermittelt, hatte hingegen nur geringe Auswirkungen. Das BIP ging um annualisiert 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück.

