Euro stoppt Abwärtstrend dank stabiler Marktfaktoren

Der Euro hat seinen jüngsten Abwärtskurs erfolgreich bei etwa 1,18 US-Dollar gestoppt. Im New Yorker Handel konnte die Gemeinschaftswährung zuletzt einen Stand von 1,1817 US-Dollar verzeichnen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1801 Dollar fest, was einen Anstieg im Vergleich zum Vortag darstellt, als der Kurs noch bei 1,1840 Dollar lag. Dies führte zu einem leichten Anstieg des Dollarwertes gegenüber dem Euro auf 0,8473.
Ein wesentlicher Faktor für die Belastung des Euros war eine unerwartet niedrige Inflationsrate in Frankreich. Diese fiel im Januar auf 0,4 Prozent zurück, nachdem sie im Vormonat noch bei 0,7 Prozent lag. Experten hatten im Durchschnitt mit einem Rückgang auf 0,6 Prozent gerechnet. Damit liegt Frankreichs Inflationsrate signifikant unter dem Durchschnittsniveau anderer Euro-Länder. Die EZB verfolgt langfristig das Ziel, die Inflation im gesamten Währungsgebiet auf zwei Prozent zu stabilisieren. Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die EZB weder an diesem Donnerstag noch in naher Zukunft den Leitzins senken wird.
Seit der kürzlichen Nominierung von Kevin Warsh als potenzieller Nachfolger des US-Notenbankpräsidenten hat der Dollar an Stärke gewonnen, was dem Euro zusätzlichen Druck auferlegte. Präsident Donald Trumps Entscheidung löste unter Anlegern Bedenken aus, ob tatsächlich eine deutliche Lockerung der US-Geldpolitik stattfinden wird. Warsh, bekannt für seine frühere Haltung als geldpolitischer Falke, hat überraschend Leitzinssenkungen unterstützt. Vor seiner Nominierung hatte der Euro vergangene Woche die Marke von 1,20 Dollar überschritten und damit ein Hoch seit Mitte 2021 erreicht.
Michael Pfister, Devisenexperte der Commerzbank, weist darauf hin, dass sich die fundamentalen Marktbedingungen nicht verändert haben. „Die Marktbewegungen gingen nicht mit großen Schwankungen der marktbasierten Inflationserwartungen oder Zinserwartungen einher“, erklärt Pfister. „Es handelt sich wohl eher um einen stimmungsbasierten Umschwung.“ Die Marktteilnehmer sind nach wie vor unsicher, wie sie die Nominierung von Warsh bewerten sollen.

