Euro stabil, Dollar und Yen unter Druck: Währungsmärkte in Bewegung
Der Euro zeigt sich zum Wochenausklang stabil auf dem Devisenmarkt und notiert am Vormittag bei 1,1731 US-Dollar. Damit verteidigt die europäische Gemeinschaftswährung gekonnt ihre Gewinne vom Vortag, als sie auf das höchste Niveau seit Anfang Oktober gestiegen war.
Im Gegensatz dazu geriet der US-Dollar unter Druck, begünstigt durch unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der letzten Woche deutlich stärker gestiegen als prognostiziert – ein Anstieg, der in dieser Heftigkeit zuletzt im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, zu verzeichnen war. Diese Entwicklung nährt Spekulationen über mögliche weitere Leitzinssenkungen im nächsten Jahr, nachdem die US-Notenbank ihre jüngste Senkung mit der anhaltenden Schwäche auf dem Arbeitsmarkt begründete. Für den weiteren Handelstag werden in den USA keine marktbewegenden Konjunkturdaten erwartet.
Auch der japanische Yen sieht sich Belastungen ausgesetzt. Premierministerin Sanae Takaichi hat erfolgreich die Zustimmung für ihr umfangreiches Fiskalpaket im Unterhaus erreicht, das nächste Woche voraussichtlich auch das Oberhaus passieren wird. Das Paket übersteigt die Erwartungen und könnte mittelfristig den Inflationsdruck erhöhen, was nach Einschätzungen von Commerzbank-Experte Volkmar Baur auf die realen Zinsen und somit den Yen drückt. All dies geschieht vor dem Hintergrund der Erwartung, dass die Bank of Japan in der kommenden Woche den Leitzins auf 0,75 Prozent anheben wird – ein Wert, der seit 1995 nicht mehr überschritten wurde. Trotz dieser Aussicht erhält der Yen in diesem inflationsgetriebenen Umfeld keine Unterstützung.

