Euro-Kurs klettert leicht – Fed-Entscheidung sorgt für wenig frischen Wind
Der Euro setzte seinen leichten Anstieg fort und durchbrach am Donnerstag erstmals seit Mitte Oktober die Marke von 1,17 US-Dollar. Dies geschah trotz der eher gedämpften Reaktionen auf die erwartete Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed. Zuletzt notierte der Euro bei 1,1699 US-Dollar, was einem leichten Tagesplus von 0,04 Prozent entspricht.
Die Fed beschloss zum dritten Mal in diesem Jahr, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte zu senken, ein Schritt, den viele Marktteilnehmer bereits erwartet hatten. Der Zentralbankrat verwies dabei auf die wachsenden Risiken im Beschäftigungssektor, während die Inflation weiterhin auf hohem Niveau verharrt. Der Devisenspezialist Michael Pfister von der Commerzbank bemerkte in seinem aktuellen Kommentar, dass sich der Markt im Vorfeld der Entscheidung eine 'falkenhafte' Zinssenkung erhoffte, womit eine Senkung verbunden mit vorsichtigen Tönen für zukünftige Schritte gemeint war.
Tatsächlich betonte Fed-Chef Jerome Powell, dass die Zinsen seit September 2019 bereits signifikant gesenkt wurden und dem neutralen Zinsniveau erheblich näher gekommen sind. Die verhaltene Reaktion des Dollars auf die Fed-Entscheidung führte Pfister darauf zurück, dass Powell sich wenig beeindruckt von der hartnäckigen Inflation zeigte. Powell argumentierte, die Inflation sei in erster Linie durch Zölle erhöht, deren Effekte bis zum ersten Quartal ihren Höhepunkt erreichen und dann moderat abflauen sollten.

