Euro im Aufwind: Währungspaar profitiert von schwachen US-Daten
Der Euro hat am Montag merklich an Wert gewonnen und notierte am Nachmittag bei 1,1442 US-Dollar, was einen Zuwachs von rund einem Cent gegenüber dem frühen Handel bedeutete. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,1419 US-Dollar fest, nach 1,1339 am Freitag.
Daraus ergab sich für den Dollar ein Kurs von 0,8757 Euro, nach 0,8819 Euro zuvor. Ausschlaggebend für die Dollar-Schwäche waren enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA. Der US-Einkaufsmanagerindex ISM wies für Mai eine unerwartete Verschlechterung aus und erreichte den niedrigsten Stand seit November, obwohl Experten eine leichte Erholung prognostiziert hatten.
Ralf Umlauf, Volkswirt bei der Landesbank Helaba, betonte, dass die konjunkturelle Lage des Sektors weiterhin getrübt sei und dies die Erwartungen für künftige Zinssenkungen durch die Fed bekräftige. Umlauf dämpfte jedoch die Hoffnungen auf baldige Leitzinssenkungen, da der Indexwert für bezahlte Preise hoch bleibt.
Die Fed habe signalisiert, dass sie angesichts anhaltender Inflationsgefahren nicht zu einer schnellen Lockerung der Geldpolitik bereit sei. Im Handelskonflikt setzte US-Präsident Donald Trump erneut auf Eskalation. Am Wochenende verdoppelte er die Stahlzölle und verschärfte den Ton gegenüber China.
Peking reagierte mit Kritik und beschuldigte die USA, nach den Genfer Verhandlungen diskriminierende Maßnahmen umzusetzen, die den Verkauf von KI-Technologie beeinträchtigen. Diese neuen Konflikte wirkten sich belastend auf den Dollar aus.
Zusätzlich zu den Bewegungen im Euro-Dollar-Währungspaar legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8434 britische Pfund, 162,98 japanische Yen und 0,9336 Schweizer Franken fest. Der Goldpreis kletterte in London auf 3.375 Dollar pro Feinunze, was einem Anstieg von etwa 86 Dollar seit Freitag entspricht.

