Euro fällt weiter: Gerichtsurteil bremst Trumps Zollpolitik
Der Euro verliert am Donnerstagmorgen weiter an Wert und setzt seinen Wochenverlust fort. Im frühen Handel notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1247 US-Dollar, was einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorabend entspricht. Ursache für die Stärkung des US-Dollars ist eine unerwartete Entwicklung im andauernden Zollkonflikt. Bereits am Mittwoch rutschte der Euro unter die Marke von 1,13 Dollar, nachdem er Anfang der Woche noch über 1,14 Dollar gekostet hatte.
Ein US-Bundesgericht machte Trumps Entschlossenheit in der Zollpolitik einen Strich durch die Rechnung, indem es die Kompetenz des Präsidenten, auf Basis eines Notstandsgesetzes weitreichende Zölle zu verhängen, in Frage stellte. Laut Entscheidung des Gerichts für internationalen Handel in New York sind die betroffenen Zölle 'aufgehoben und ihre Anwendung dauerhaft untersagt'. Damit erleidet die weltbewegende, aggressive Handelspolitik Trumps einen Dämpfer. Allerdings setzte die US-Regierung umgehend Berufung ein; somit bleibt offen, ob ein Berufungsgericht die Zölle temporär wiedereinsetzt.
Dies führte dazu, dass der Euro unter die Marke von 1,13 Dollar fiel und damit die Erholung von dem Mai-Tiefpunkt ein Ende nahm. Im April hatte die europäische Währung im Zuge von Trumps Handelskrieg das Niveau von 1,1573 Dollar erreicht, konnte es jedoch nicht verteidigen. Der Dollar hatte aufgrund der unvorhersehbaren Wirtschafts- und Zollpolitik des Präsidenten stark gelitten und verlor seit Mitte Januar zehn Prozent an Wert.
An diesem Donnerstag sind nur wenige Konjunkturdaten zu erwarten, da in vielen europäischen Ländern ein Feiertag gefeiert wird. Für 10 Uhr ist die Veröffentlichung des Industrie- und Verbrauchervertrauens in Italien angesetzt, während am Nachmittag (14.30 Uhr) mit Details zur US-Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal zu rechnen ist.

