Euro fällt unter 1,10 US-Dollar-Marke - Inflationsdaten belasten Währung
Der Euro hat am Mittwoch nachgegeben und ist erneut unter die symbolische Marke von 1,10 US-Dollar gefallen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0965 Dollar. Damit konnte sie nicht an den Höchststand seit August anknüpfen, den sie in der vorherigen Nacht mit einem Kurs von 1,1017 Dollar erreicht hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0985 Dollar fest, verglichen mit 1,0949 Dollar am Dienstag. Für einen Dollar mussten demnach 0,9103 Euro gezahlt werden, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vortag darstellt (0,9133 Euro).
Die negative Entwicklung des Euro resultiert aus den jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland und Spanien. In beiden Ländern schwächt sich der Preisauftrieb weiter ab. Im November sank die Inflationsrate in Deutschland von 3,8 auf 3,2 Prozent. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Geldpolitik der EZB wieder etwas entspannen könnte. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Straffung der Geldpolitik nimmt mit den Daten erneut ab. Allerdings leidet der Euro unter den sinkenden Zinserwartungen.
Bereits am Vortag war auch der US-Dollar von ähnlichen Entwicklungen betroffen. Christopher Waller, Mitglied des Führungsgremiums der US-Notenbank, äußerte sich nicht nur positiv zur aktuellen Ausrichtung der Fed, sondern brachte auch die Möglichkeit von Zinssenkungen ins Spiel, sollten die Inflationsraten weiter zurückgehen. Waller steht normalerweise für eine straffe Geldpolitik, weshalb seine Bemerkungen eine verstärkte Wirkung haben.
Die EZB legte die Referenzkurse für den Euro im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen wie folgt fest: 0,86525 britische Pfund, 162,12 japanische Yen und 0,9628 Schweizer Franken. Der Goldpreis pro Feinunze wurde am Nachmittag in London mit 2041 Dollar gehandelt, was etwa dem Vortagsniveau entspricht. (eulerpool-AFX)

