EU-Zollstreit: Deutsche Staatsanleihen verzeichnen leichten Anstieg
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben zu Wochenbeginn leicht zugelegt. Der Euro-Bund-Future, eine bedeutende Benchmark im Anleihehandel, stieg am Nachmittag um 0,07 Prozent auf 130,74 Punkte. Zeitgleich verharrte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf einem Stand von 2,56 Prozent.
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zollmaßnahmen gegenüber der EU wurden kurzfristig verschoben, was den Markt nur leicht tangierte. Trump plant, die Einführung der Zölle um einen Monat zu verzögern, um den Verhandlungsspielraum zu erweitern. Experten der Dekabank betrachten dies als typischen Bestandteil von Trumps Verhandlungsführung, mittels drohender Maximalforderungen Unruhe zu stiften.
Trotz der anfänglichen Belastung erholten sich die Anleihen über den Tag hinweg. Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, äußerte in Berlin ihre Besorgnis über die wirtschaftlichen Risiken des Zollkonflikts mit den USA. Dennoch sieht sie in diesem Umbruch auch Potenziale: „Es ist an der Zeit, die internationale Rolle des Euro auszubauen“, erklärte Lagarde. Dies könnte zu verstärkten Kapitalzuflüssen in die Eurozone und deren Anleihemärkte führen.
In der Eurozone wurden keine bedeutenden Konjunkturdaten publiziert, und auch aus den USA gab es aufgrund des Memorial Day wenig marktbewegende Neuigkeiten.

