EU-Vorschläge drücken auf Aktienkurse deutscher Autobauer
Die Aktien deutscher Automobilhersteller gerieten am Mittwoch leicht unter Druck, nachdem die EU-Kommission neue Vorschläge zum Verbrenner-Aus präsentierte. Die Papiere von BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen mussten leichte Verluste hinnehmen und gaben um 0,6 bis 0,9 Prozent nach. Lediglich die Aktien der Porsche AG behaupteten ihr Vortagesniveau, obgleich sie über das Jahr hinweg unter Kursrückgängen litten.
Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts präsentierte sich ebenfalls schwächer und setzte seinen Abwärtstrend fort, indem er 0,6 Prozent verlor. Dies spiegelt eine Reaktion auf das zögerliche Marktumfeld wider, das durch den neuen EU-Vorschlag angeregt wurde. Demnach sollen nach 2035 zwar weiterhin Autos mit Verbrennungsmotor zugelassen werden, doch die CO2-Reduktionsziele werden gelockert. Eine neue Regelung sieht vor, dass der CO2-Ausstoß lediglich um 90 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021 reduziert werden muss, insofern umweltfreundlichere Kraftstoffe und Materialien genutzt werden.
Der Abgleich der EU-Kommission mit den Positionen anderer Länder wie den USA und China, die ihre Automobilhersteller deutlich unterstützen, lässt Fragen aufkommen. Patrick Hummel, Analyst bei der UBS, bezeichnete das Paket als „im Rahmen“ liegend und kaum wegweisend für den Automobilsektor. Auch Harald Hendrikse von der Citigroup äußerte sich zurückhaltend und sieht die europäische Priorisierung des CO2-Ausstoßes als möglicherweise nachteilig für die Wettbewerbsfähigkeit an. Diese Sichtweise unterstreicht die Haltung vieler Investoren, die europäische Automobilbranche derzeit als „nicht investierbar“ zu betrachten.

