EU und USA im Zollkonflikt: Gespräche zur Vermeidung einer Eskalation
Im anhaltenden Zollstreit zwischen der Europäischen Union und den USA bemüht sich die EU, eine weitere Eskalation zu verhindern und die Dialogbereitschaft aufrechtzuerhalten. Die EU-Kommission hat bekräftigt, dass sie bereit sei, ein neues Abkommen zu schließen. In diesem Kontext ist für Montagnachmittag ein weiteres Telefonat zwischen EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und US-Handelsminister Howard Lutnick geplant.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte über die Plattform X, dass Europa bereit sei, die Verhandlungen schnell und entschlossen voranzubringen, nachdem sie mit US-Präsident Donald Trump telefoniert hatte. Die Kommission hält weiterhin an ihrem Angebot fest, alle Zölle auf Industriegüter gegenseitig aufzuheben, um beiderseitige Vorteile zu gewährleisten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche äußerte sich positiv zum Zollaufschub, drängt aber auf zügigeren Fortschritt. "Die kommenden sechs Wochen müssen intensiv genutzt werden", erklärte sie und betonte, wie wichtig stabile Handelsbeziehungen für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks sind.
Präsident Trump hatte kürzlich mit Strafzöllen von 50 Prozent ab dem 1. Juni gedroht, diese jedoch um einen Monat verschoben. Beide Seiten streben nun bis zum 9. Juli eine Lösung an, das Datum des Ablaufens einer zuvor von Trump gewährten Fristverlängerung.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, bezeichnete die aktuellen Drohungen der USA als ungerechtfertigt. Bis zum Juli sollte ein Rahmenabkommen stehen, um bestehende Bedrohungen und einige Zölle zurückzunehmen. Die EU strebt an, das US-Handelsbilanzdefizit zu reduzieren, etwa durch den Kauf von mehr Flüssigerdgas.
Die US-Handelsexpertin Laura von Daniels warnte davor, dass die EU-Mitgliedsstaaten geeint vorgehen sollten, um ein starkes Verhandlungsgewicht zu bewahren. Es sei eventuell ausreichend, zu vereinbaren, die Zölle nicht weiter zu erhöhen, um den Handel zu intensivieren.
Rolf Langhammer vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel äußerte Zweifel an einem umfassenden Abkommen. Ein für beide Seiten akzeptables Abkommen sei wahrscheinlicher, wenn es sich auf spezifische Produkte konzentriere, insbesondere Agrarwaren.
Der Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagebau bemerkte, dass Trumps unvorhersehbare Wirtschaftspolitik Unsicherheit bei deutschen Unternehmen sät, die auch andere globale Märkte beeinflusst.

