EU und Indonesien: Freihandelsabkommen als Signal der Offenheit
Die Europäische Kommission hat ein umfassendes Handelsabkommen mit Indonesien abgeschlossen, das die Zollschranken für 98% der aus der EU nach Indonesien exportierten Produkte aufhebt. In einer Zeit zunehmenden Protektionismus und fragiler Lieferketten sendet das CEPA (Comprehensive Economic Partnership Agreement) ein klares Signal für Offenheit und Partnerschaft aus, erklärte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič im Rahmen einer Reise nach Bali.
Das Abkommen erleichtert den Zugang für den Großteil der EU-Agrarprodukte auf dem indonesischen Markt. Die EU exportiert jährlich Agrarprodukte im Wert von rund einer Milliarde Euro nach Indonesien, wovon etwa ein Drittel auf Milchprodukte entfällt. Sensible Güter wie Zucker, Eier und Ethanol bleiben von diesem Abbau ausgenommen, während für einige andere Produkte wie Knoblauch und Pilze Zollkontingente eingeführt werden.
Etwa 90% der indonesischen Waren, die in die EU importiert werden, sollen nun zollfrei sein, wobei Indonesien hofft, seine Exporte von Kaffee, Textilien und Bekleidung zu steigern. Auch umstrittenes indonesisches Palmöl wird von einem präferenziellen Zollsatz von 0% profitieren, unterliegt jedoch einem speziellen Protokoll. Die Einhaltung der 2023 eingeführten EU-Verordnung, die Importe von Produkten, die zur Abholzung beitragen, verbietet, soll durch einen fortlaufenden Dialog sichergestellt werden.
Das Abkommen sieht zudem vor, die bestehenden 50% Zölle auf EU-Fahrzeuge innerhalb der nächsten fünf Jahre abzuschaffen. Indonesien hat sich bereit erklärt, in bestimmten Sektoren wie Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien auf lokale Inhaltsanforderungen zu verzichten. Diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt in der EU-Strategie zur Handelsdiversifizierung, insbesondere nach der Entscheidung der USA, einen 15% Zoll auf EU-Importe zu erheben.
„Wir haben uns dazu verpflichtet, Diversifizierung und Partnerschaften zu intensivieren, um EU-Arbeitsplätze zu unterstützen und das Wachstum zu stärken,“ erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie fügte hinzu, dass das Abkommen mit Indonesien neue Möglichkeiten für Unternehmen und Landwirte in einer großen und wachsenden Wirtschaft schaffe.

