EU prüft Ausweitung der Militärausbildung in der Ukraine
Die Europäische Union erwägt eine Neubewertung ihres Engagements in der Ausbildung ukrainischer Streitkräfte, wie die estnische Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem Treffen der Verteidigungsminister in Kopenhagen verkündete. Ein strategischer Wandel könnte es ermöglichen, die Ausbildung direkt in der Ukraine durchzuführen, sobald ein Waffenstillstand in Kraft tritt. Bislang haben bereits über 80.000 ukrainische Soldaten von Ausbildungsprogrammen außerhalb ihres Heimatlandes profitiert.
Dieses Vorhaben könnte jedoch nicht nur logistische Vorteile bieten, sondern fungiert außerdem als potenzielle Sicherheitsgarantie für die Ukraine, indem es die Präsenz europäischer Ausbilder nutzt, um aggressive Akte von Seiten Russlands abzuwenden.
Die Umsetzung dieser Pläne steht jedoch vor großen Herausforderungen. Eine einheitliche Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedstaaten ist erforderlich, was trotz einer breitgefächerten Unterstützung, die Kallas hervorgehoben hat, noch nicht gewährleistet ist. Die Anzahl der Befürworter unter den Mitgliedern bleibt ungenannt, was die reale Chance auf Umsetzung unklar lässt.
Deutschland, vertreten durch Staatssekretär Sebastian Hartmann, hielt sich in der Diskussion zurück. Bislang engagiert sich die Bundeswehr intensiv in der Ausbildung ukrainischer Soldaten, spezialisierte sich hierbei jedoch auf Übungen in sicheren Gebieten außerhalb der Ukraine. Sicherheitsbedenken führten dazu, dass Deutschland bis dato skeptisch gegenüber einer Verlagerung der Ausbildung ins Land selbst eingestellt war. Die vorgeschlagene Mandatsänderung könnte jedoch diese Haltung ändern, indem sie die Ausbildung in der Ukraine an einen stabilen, befriedeten Zustand im Land bindet.

