EU-Kommission kritisiert Tiktok: Suchtgefahren und rechtliche Konflikte im Fokus
Im Rahmen intensiver Diskussionen über die Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche hat die EU-Kommission ein prüfendes Auge auf die populäre Online-Plattform Tiktok geworfen. Dem Unternehmen droht, ähnlich wie bei anderen Technologieriesen, eine erhebliche Strafe. Diese Entwicklungen haben bereits in der Vergangenheit zu Spannungen mit der US-Regierung unter Donald Trump geführt, die das Handeln der EU-Kommission als Einschränkung der Meinungsfreiheit betrachtet.
Mit einer Nutzerbasis von über 200 Millionen Menschen in Europa, hauptsächlich Jugendliche, gehört Tiktok zu den führenden Plattformen. Doch die vorläufige Untersuchung der EU zeigt, dass die Plattform angeblich gegen europäische Gesetze verstoße, indem sie suchtfördernde Mechanismen wie personalisierte Empfehlungen und das endlose automatische Abspielen von Videos nutzt.
Obwohl Tiktok derzeit gegen die Vorwürfe ankämpft, ist die Frage, ob Kinder und Jugendliche überhaupt soziale Medien nutzen sollten, aktueller denn je. Länder wie Australien haben bereits strenge Altersbeschränkungen eingeführt. In der EU wird derzeit darüber debattiert, ab welchem Alter soziale Netzwerke genutzt werden dürfen, wobei Vorschläge von Seiten des Europäischen Parlaments ein Mindestalter von 16 Jahren bei elterlicher Aufsicht für Jüngere vorsehen.
Ein zentrales Anliegen bleibt die potenziell schädliche Wirkung langer Social-Media-Nutzung auf das Gehirn junger Menschen. Die EU-Kommission betont die Notwendigkeit, die Bürger durch strenge Regeln zu schützen, da Tiktoks gegenwärtiges Design immer noch Verhaltensweisen wie ständiges Scrollen fördert. Die Plattform wird aufgefordert, effektive Lösungen wie Bildschirmzeitpausen zu implementieren.
Trotz der Kritik bezeichnet eine Tiktok-Sprecherin die vorläufigen Ergebnisse als grundlos und sieht die Notwendigkeit, diese energisch anzufechten. Dennoch könnte eine einvernehmliche Lösung entscheidend sein, da die EU-Kommission im Falle eines festgestellten Verstoßes gegen den Digital Services Act finanzielle Strafen von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes verhängen könnte.
Die Kritik endet jedoch nicht bei suchtfördernden Mechanismen. Tiktok wird auch politischer Einflussnahme beschuldigt, indem es politische Strömungen oder sensible Themen unterschiedlich behandelt. In den USA wurde dies durch die Übernahme der Plattform durch investorennahe von Präsidentschaftseinflüssen gelöste.

