EU-Kommission erhöht Druck auf Tiktok wegen Suchtförderung
Die Europäische Kommission nimmt erneut eine beliebte Social-Media-Plattform ins Visier: Tiktok. Mit über 200 Millionen Nutzern in Europa sieht sich das Unternehmen mit Vorwürfen konfrontiert, gegen europäisches Recht zu verstoßen, insbesondere durch Mechanismen, die zur erhöhten Nutzung verleiten. Die Komplikationen mit Technologieriesen sind der Brüsseler Behörde nicht neu. Bereits in der Ära von US-Präsident Trump führte das Vorgehen gegen amerikanische Tech-Unternehmen wie Meta zu internationalen Spannungen.
In der Diskussion steht, ob soziale Medien für junge Nutzer geeignet sind. Die Förderung von Medienkompetenz und klaren Regelungen für Plattformen sieht der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck als Schlüssel. Trotz der laufenden Untersuchung seitens der EU betont eine Tiktok-Sprecherin, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe unbegründet seien und das Unternehmen bereit ist, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um diese Anklagen zu widerlegen.
Während in Europa die Nutzung sozialer Medien ab 13 Jahren grundsätzlich erlaubt ist, sprechen sich einige Staaten und das EU-Parlament für strengere Altersbeschränkungen aus. Tiktok sieht sich unterdessen mit der Aussicht konfrontiert, bei einer negativen Entscheidung der EU beträchtliche finanzielle Sanktionen hinnehmen zu müssen. Dennoch wird eine Suspendierung der Dienste nur als letztes Mittel angesehen, sollte es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommen.
Kritische Stimmen heben auch potenzielle politische Einflussnahmen hervor, indem sie Tiktok vorwerfen, gewisse politische Strömungen zu bevorzugen oder Themen wie Menschenrechte zu marginalisieren. Dennoch haben Investoren, die Trump nahestehen, das US-Geschäft von Tiktok übernommen, um die Plattform dort weiter betreiben zu können.

