EU-Fischereiverhandlungen in entscheidender Phase
In intensiven Verhandlungen beraten die EU-Fischereiminister über die künftigen Fangmengen in der Ostsee, um rechtzeitig bis Dienstag zu einem Kompromiss zu gelangen. Es steht zur Debatte, welche Mengen die deutschen Ostseefischer im nächsten Jahr anlanden dürfen, eine Entscheidung von weitreichender Bedeutung sowohl für die Branche als auch für die maritimen Ökosysteme.
Mit Blick auf den westlichen Ostseehering hat die EU-Kommission Maßnahmen vorgeschlagen, die einen drastischen Rückgang der erlaubten Fangmengen bis 2026 für fast alle Fischbestände vorsehen, ausgenommen jedoch Sprotte, Hering in der mittleren Ostsee und Lachs im Finnischen Meerbusen. Obwohl die Minister im Zuge ihrer Entscheidungsfindung nicht an diesen Vorschlag gebunden sind, orientieren sie sich in der Regel daran.
Die dringend benötigte Erholung vieler Fischbestände wird von der Kommission als Hauptargument für diese Vorschläge hervorgehoben. Kim Cornelius Detloff von der Umweltorganisation Nabu betonte die Notwendigkeit, gegen die „ökologische Krise“ in der Ostsee vorzugehen. Besonders bedenklich ist der Zusammenbruch wichtiger Bestände von Dorsch und Hering.
Derzeit dürfen deutsche Ostseefischer mit traditionellen Methoden wie Stellnetzen überwiegend Heringe fangen, wobei beim Fang anderer Arten auch Beifang erlaubt ist. Der Vorschlag der Kommission sieht vor, dass diese Beifang-Regelung für westliche Ostsee-Heringe beibehalten wird.

