EU beschreitet neue Wege: Flüssigerdgas-Importe im Fokus der Sanktionen
Die Europäische Union hat im ersten Halbjahr 2025 Flüssigerdgas (LNG) im Wert von etwa 4,48 Milliarden Euro aus Russland importiert, eine Steigerung gegenüber der Vorjahresperiode, in der sich die Importe auf etwa 3,47 Milliarden Euro beliefen. Diese Zahlen, bereitgestellt von der EU-Statistikbehörde Eurostat, zeichnen ein klares Bild der fortbestehenden wirtschaftlichen Beziehungen im Energiesektor zwischen der EU und Russland. Insgesamt beliefen sich die LNG-Importe der EU im ersten Halbjahr auf beeindruckende 26,9 Milliarden Euro, wobei die USA mit einem Anteil von 13,7 Milliarden Euro als bedeutender Lieferant hervorstechen.
Interessanterweise besteht derzeit keine Sanktionsregelung der EU gegen Gas aus Russland, anders als im Falle von Öl und Kohle, hauptsächlich aufgrund bestehender Abhängigkeiten. Dennoch plant die EU-Kommission, russisches Gas mittelfristig gänzlich auszuklammern. Trotz des anhaltenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine seit 2022, wird weiterhin Gas sowohl als LNG als auch über die Pipeline Turkstream in die EU-Staaten geliefert.
In einem mutigen Schritt plant die EU-Kommission, langfristige Lieferverträge mit Russland ab Januar 2028 zu stoppen. Noch drastischer wird der Vorschlag für kurzfristige Verträge, die bereits ab Juni 2026 verboten werden sollen, während neue Verträge sogar schon ganz zu Anfang des Jahres 2026 hinfällig werden sollen. Dieser ambitionierte Vorschlag steht nun zur Diskussion in den Staaten und im EU-Parlament.
Das Bundeswirtschaftsministerium unterstrich die Notwendigkeit, einseitige Abhängigkeiten zu reduzieren und sicherzustellen, dass finanzielle Mittel nicht zur Unterstützung des Krieges beitragen. Die zuständige Sprecherin hob zugleich hervor, wie essenziell es sei, die Versorgungssicherheit und die Preisstabilität dabei stets im Auge zu behalten.

