EU als Getriebene: Ischinger kritisiert Ukraine-Finanzierung
Wolfgang Ischinger, einflussreicher Diplomat und derzeit wieder Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, äußerte deutliche Kritik an der EU-Finanzierung der Ukraine. In einem Interview brachte er seine Sorge zum Ausdruck, dass der kürzlich geschlossene Kompromiss das Vertrauen in die Europäische Union beeinträchtigen könnte. Obwohl die Ukraine durch einen EU-finanzierten Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro dringend benötigte Unterstützung erhalte, sieht Ischinger einen hohen Preis für diesen Deal.
Während die EU ihr "Klassenziel" mit dem Kreditformel durchaus erreiche, bleibe in Ischingers Augen die Glaubwürdigkeit der EU als international respektierte Macht auf der Strecke. Der Diplomat betont, dass die EU weiterhin den Eindruck hinterlasse, von den Ereignissen getrieben zu sein und nach Notlösungen zu suchen.
Der Kompromiss wurde nach monatelangen Verhandlungen erzielt und sieht vor, dass eingefrorene russische Vermögenswerte herangezogen werden könnten, sollten Reparationen von russischer Seite ausbleiben. Diese Vorgehensweise weckt laut Ischinger Zweifel an der Entschlossenheit und Handlungsfähigkeit der EU, was die größere internationale Gemeinschaft nicht ignorieren könne.

