Eskalation um Grönland: US-Zölle belasten Börsen
Der jüngste Streit zwischen den USA und Europa um die dänische Insel Grönland hat die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Am Dienstag führten die drohenden US-Strafzölle, die US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, zu einem Kursrutsch an den New Yorker Börsen. Bereits zu Wochenbeginn waren die europäischen Börsen auf Talfahrt gegangen, nachdem bekannt wurde, dass ab Februar zunächst 10 Prozent und ab Juni 25 Prozent Zölle in Kraft treten sollen, sollte es nicht zu einem Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA kommen. Aufseiten Europas wird nun überlegt, welche Gegenmaßnahmen geeignet wären. Eine Entscheidung zur Rechtmäßigkeit der bereits bestehenden Zölle durch den Obersten Gerichtshof steht jedoch weiterhin aus.
Der Dow Jones gab am Nachmittag 1,6 Prozent nach und sank auf 48.549 Punkte. Der S&P 500 fiel um 1,8 Prozent auf 6.814 Zähler, und der Nasdaq 100 verlor ebenfalls 1,8 Prozent und notierte bei 25.072 Punkten. "Der Streit um Grönland verdeutlicht, dass Handelsstreitigkeiten mit den USA noch lange nicht beigelegt sind", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Unter der Führung der Trump-Administration könnten diese Konflikte ein ständiges Ärgernis bleiben.
Einzelwerte an der Wall Street zeigten ebenfalls deutliche Reaktionen: Im Dow schlossen die Papiere des Mischkonzerns 3M mit einem Minus von 7,5 Prozent nach enttäuschenden Quartalszahlen. Nvidia verzeichnete als Schlusslicht der "glorreichen Sieben" einen Rückgang von 3,5 Prozent. Auch die Aktien von Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft und Tesla zeigten Verluste zwischen 1,6 und 3,0 Prozent. Im Kontrast hierzu stieg die Netflix-Aktie um 0,2 Prozent an, nachdem der Streaming-Gigant im Übernahmerennen um Warner Brothers nachgelegt hatte. Die Kaufangebote von Netflix und Paramount, die mit jeweils 83 und 108 Milliarden Dollar den Kauf des Hollywood-Konzerns anstreben, sorgen für Bewegung im Markt. Die Papiere von Warner Bros. legten im Zuge dieser Entwicklung um 0,8 Prozent zu, während Paramount leicht um 0,2 Prozent nachgab.
Unter den Gewinnern des Tages befanden sich die Edelmetallproduzenten Newmont und Agnico Eagle Mines, deren Aktien um 3,6 beziehungsweise 5,5 Prozent anzogen. Die steigenden Preise für Gold und Silber in unsicheren Zeiten erhöhten die Nachfrage nach sicheren Anlagehäfen. Rapt Therapeutics erlebte einen Kurssprung von knapp 64 Prozent auf 57,50 Dollar, nachdem der britische Pharmakonzern GSK ein Übernahmeangebot von 58 Dollar pro Aktie abgegeben hatte.

